Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
112
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!t2 Vorläufige

Abbildungen eine vermischte und zweideutige Natur,welche sich durch die Völligkeit und stärkere Aus-schweifung der Hüften und durch die zarten undrundlichen Glieder dem Körper der Verschnittenenund Weiber nähern. Daher kan man den Bak-chuS in bekleideten Figuren für eine verkleideteJungfrau halten, wie uns' ihnSeneca, der Trag-ödiendichter, beschreibt, l)

Z. 18. Das Bild des BakchuS in der sehrschönen Statue der Villa Medici, so wie in an-dern Vorstellungen desselben, ist das eines schon her-angewachsenen Jünglings, welcher die Gränzen desFrühlings des Lebens betritt, wan die Regung derWohllust wie die zarte Spize einer Pflanze zu kei-men anfängt. Er scheinet daher in derselben Statuewie zwischen Schlummer und Wachen die ihm übriggebliebenen Bilder eines fröhlichen Traumes, welchener eben gehabt hat, nachsinnend zu samlen, alswünsche er dieselben wirklich machen zu können.Seine Züge sind voll lüsterner Süßigkeit, aber den-noch tritt die fröhliche Seele nicht ganz in das Ge-sicht. 2)

§. 19. Dieser Bildung des BakchuS sehr ähn-lich erscheinet auch Apollo in den Statuen, welcheeinen Schwan zu den Füßen haben. Zwei derselbenliehen in der eben genanten Villa Medici, undeine im Museo Capitolino; aber in dem PalasteFarnese ist die schönste, deren Kopf man dasHöchste der menschlichen Schönheit nennen kaii. AuchHerkules ist sowohl in Marmor als auf geschnit-tenen Steinen im Jünglingsalter abgebildet, underscheinet bisweilen mit einem Kopfe von so seltnerSchönheit, daß die GesichtSzüge den Unterschied desGeschlechts fast zweideutig lassen; daher diese Figu-

>) Wcl!z>, v. 41g 42Z.

2)l G. d. K. S B. 1 K. 2t §. Notc.Z