Vorläufige
schöne Gestalt zusammenzusezen/ indem sie nakte Per-solle» beobachteten; die Gymnasien Griechenlands/wo sich die schönste Jugend übte/i) gaben ihnen einweites Feld/ ihre Einbildung zu bereichern; und inSparta übten sich sogar junge Mädchen im Ange- Isichte der ganzen Stadt im Ringen. Nachdemsich die Künstler so viele Ideen von Schönheit/ wel- !che sie an verschiedenen einzelnen Personen erblikt/eigen und gegenwärtig gemacht hatte»/ wurden siegleichsam neue Schöpfer/ und suchten dieselben indem Bilde/ welches sie von irgend einem Jndividu- ^um entwerfen wollten/ darzustellen/ indem sie zu-gleich von aller persönlichen Neigung/ welche nnsernGeist von dem wahren Schönen abzieht/ wegsahen.
§. 16. Diese idealischen Figuren sind/ wie eindurch das Feuer gereinigter ätherischer Geist/ vonjeder menschlichen Schwachheit befreiet/ so daß manan ihnen weder Sehnen noch Adern bemerkt. Dieliohe Absicht jener Künstler ging dahin/ Geschöpfehervorzubringen/ die mit einer göttlichen und über-sinlichen Genügsamkeit begabt wären/ so daß derenAusseuseite einem ätherische»/ auf den äusserstenPunkten begränzten und mit menschlicher Gestalt be-kleideten Wesen scheinbar zum Körper diente/ ohneaber an der Materie/ aus welcher die Menschheitznsammengesezt ist/ noch an der menschlichen Noth-durft Theil zu nehmen. Durch ein also geformtesWesen wird EpikurS Meinung von der Gestaltder Götter/ denen er nicht einen Körper/ abergleichsam einen Körper/ und nicht Blut/aber gleichsam Blut beilegt: Hominis csse s^c-
cie Oeos cvnlitcnduiii esl, nec ismea ca s^eeies
1) ^Zcliol.) ^ristopli. v.
2) I^sistrzt. v. 62. poUux, !. 4, c. 14. scgm. 102.
Luripiä. ^ndi'ouiscli. v> 5g6,