Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
107
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Abhandlung ic. io?

mit Hintanseznng der Mythologie/ ausgewählt undwohl eingesehen hatten, daß die Jugend allein ge-schilt sei/ in ihr die Gottheiten vorzustellen und mitKörpern zu bekleiden/ die nicht materiell/ sonderngeistig wären.

§. 12. Ich sagte/ daß die griechischen Künstlersich mehr beflissen und ihr Studium darein gesezthaben/ Gestalten von diesem Alter und vielleichtmehr als von jedem andern zu bilden/ im Gegensazemit den Neuern, welche die starken Umrisse der Glie-der in jedem andern Alter nebst der empfindlichen An-deutung der Muskeln und anderer Theile auch imJugendlichen ausdrillen möchten. Würden wir aberwohl diesen Künstlern/ selbst abgesehen von der Schön-heit/ bei gleicher Schwierigkeit der Arbeit den Vorzugeinräumen? Ein jeder begreift/ daß eS sehr schwerist / indem die Umrisse der jugendlichen Gestalten un-merklich in einander fließe»/ die eigentlichen Punkteder Höhe und die Linie/ welche dieselbe umschreibt/so wie die Stellen/ wo die eine Linie sich mit derandern verbindet/ zu sammeln; und hat man sie ge-sammelt/ so ist es noch weit schwerer/ sie genau zubestimme»/ weil in solchen Gestalten alles/ was manin den mänlichen bemerkt/ zwar auch sein aber nichterscheinen soll; den in den mäiilichen Gestaltenhat die Natur ihre Bildung vollendet, folglich dieeinzelnen Theile genau bestimt; in den jugendlichenaber ist die Bildung der Theile zwischen dem Wachs-tums und der Vollendung gleichsam unsicher gelassen/weßhalb man dieselben nicht innerhalb der Jugend/sondern erst nach den Jahren bemerkt/ welche das män-liche Alter von dem jugendlichen unterscheiden. ESist auch kein so großer Fehler, bei der Bildung einermänlichen oder betagten Figur die Andeutung derMuskeln und anderer Theile zu verstärken oder zuübertreiben/ als es die geringste Abweichung von den