Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
106
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w6 Vorläufige

die Zugend/ vorzustellen- den hier ist die Einheitum so größer, je mehr die Linien/ welche zur Bil-dung einer jugendlichen Gestalt erforderlich sind,wiewohl sie sich von der geraden Richtung entfernenund sich zu den Ellipsen hinneigen, nichts desto we-niger, indem sie durch excentrische Kreisbogen gebil->der worden, bei dieser Ausfließung der einen aus ^der andern so sanft fortlaufen, daß man sie mit derFlüche eines von den Winden nicht beunruhigtenMeers vergleichen kan, von welchem man, obwohles in steter Bewegung ist, dennoch saget, daß esstill sei. Diese also von mir bestimte Einheit derUmrisse wurde von den griechischen Künstlern vorzüg-lich gesnchet, >md erhielt sich auch bei ihnen durchdie Betrachtung solcher Personen, deren blühendeZugend durch dieBeftehmung der Samengefäße längererhalten wurde, wie bei den Priestern der Cybeleund der Diana zu Epkesus; i) den in solchen ver-einiget sich die sanfte Rundung beider Geschlechtermit einer weniger emvsindlichen Andeutung der Mus-keln und der knorpelichten Theile, als eS bei unse-rer schnell verblühenden Jugend gewöhnlich ist.

K. i l. Im Gegensaze mit den neuern Künstlern, >welche glauben, einen desto größeren Beweis von ih-rem Wissen zu geben, je stärker sie die Adern undMuskeln an ihren Bildern von jeglichem Alter her-vorheben, verwandten die Griechen, um die Schön-heit zu erzeugen, ihre ganze Einsicht und allen Fleißauf die Gestalten des jugendlichen Alters, weil na-türlich an diesen die rauhen und stark hervorsprin-genden Theile fehlen, und sie daher geschikter sind,die Einheit der Zeichnung zu erhalten. Hier zeigtensie ihren Geist und die Zartheit ihres Gefühls, in-dem sie dieses Alter vor allen andern, bisweilen auch

>) Lira!-. I. 14. c. 1. Z. iZ.