Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
104
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Vorläufige

sobald man die Theile/ aus welchen sie zusammen-gefezt ist/ in einen einzigen Begrif oder in sowenige als möglich einschließen kan; so daß jederGegenstand/ welcher sich unserm Geiste unter einereinzigen Ansicht und auf einen Punkt vereinigtvorstellet/ uns in seiner völligen Größe und in sei-ner ganzen Ausdehnung erscheinet. Je mehr aberein Gegenstand getheilt ist/ und je mehr wir folglichmit unserer Betrachtung umherschweifen müßen/ destokleiner wird er uns vorkommen und desto wenigerwerden wir ihn begreifen können/ weil wir wegen dergetrenten und vervielfältigten Theile das Ganze nichtmit einem Blike zu übersehen und zu umfassenvermögen. ES geht hier dem Auge wie einem Wan-derer/ dem die Reife sich um desto mehr verlängert/je öftere Nuhepnnkte er findet/ auf welchen er an-hält. i) Aus demselben Grun'de erscheinet ein kleinesHauS/ wen es im einfachen Style aufgeführt ist/groß und prächtig; aber ein mit Zieraten überlade-ner Palast/ wen er auch noch so groß wäre/ klein; !gleich wie eine Musik/ die aus unendlich gebrochenen/ !gekettelten und geschleifeten Tönen bestehet/ kleinlichund armselig ist; hingegen groß und entzükend wird/wen sich alles in einfache»/ lang anhaltenden Zügenkünstlich an einander schließt.

§. S. Eben so verhält es sich mit der Ein-heit/ welche in der Zeichnung erfordert wird; sieist aber verschieden von der Einerleih eit odersteten Vorstellung einer und derselben Sache/ das

lDer Widersvruch in diesem Gleichnisse liier und in derGeschichte der Kunst, 4B. 2 K. 22§. wo der Autorsagt/ daß dem Reisenden der Weg kurzer werde, " istnur scheinbar, den beides ist walir: die Neise verzö-gert sich durch das öftere Verweilen, und der Weg ver-kürzet sich, da man auf andere Dinge achtet als ausihn.)