Abhandlung:c.
der oben erwähnten Villa viele andere Statuen ausschwärzlichem Marmor gefunden/ an welchen man dieägyptische Bildhauerei nachahmen wolle»/ und ver-schiedene derselben sieht man sowohl im Museo Ca-pirolino als in der Villa Seiner Eminenz desHerrn Cardinals Alexander Albani aufgestellt;andere sind nach Engeland gegangen. An einigen istdie eigentümliche Stellung der ägyptischen Statuenin den senkrecht hängende»/ an den Seiten fest an-liegenden Armen beobachtet; andere sind/ was dieHände betrift/ in mannigfaltiger Bewegung vorge-stellt. Doch ist zu bemerken nöthig/ daß man aus derBildung ihrer Köpfe nichts' folgern kaiiz den unterzehn solchen Statuen ist kaum eine/ welche ihren altenKopf hat; bei allen übrigen ist er falsch und neu ver-fertigt ohne Beobachtung des Styls nnd der Zeiten.
§. 28. Zu dieser Klasse muß man/ ausser ver-schiedenen Gemälden des herculanischen Musei/ auchalle uns bekante ans grünem Basalt gearbeitete Ka-nopen zählen, von welchen sich einer im Mnseo Ca-pitolinv/1) und zwei in der Villa Seiner Emi-nenz des Herrn Cardinals Alexander Albanibefinden;^) den man erkennet in diesen Gözenbildernoffenbar die Kunst aus den Zeiten der Kaiser. Kaumist es nöthig / noch von den erhoben geschnittenen Stei-nen zu reden/ wie derjenige im Collegio Romanoist/ der einen Kopf der Isis vorstellet, und aus wel-chem die Nachahmung der ägyptischen Zeichnung injenen Zeiten noch deutlicher erscheinet; den alle er-hovenen Werke/ welche nicht mir der Oberfläche ganzgleich sind/ sondern über dieselbe emporgehen/ sindArbeiten im griechischen Geschmake. Man muß sich
1) Auü. Oapiwl. t, Z. tsv. 82.
2) öoi-ioui LoUect. -un, kom. lad. 3 — 4,
Winckelman. 7. 4