Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
71
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Abhandlung:e. 71

der Wohnung des Bischofs zn Tivoli stehen.i) ESmag seltsam scheinen/ daß ich ihnen jenes entfernteAltertum streitig machen will/ welches ihnen bis da-hin die Altertumsforscher beigelegt haben: allein diesesind/ wie schon gesagt/ von dem äusseren Scheine ge-täuschet worden/ und man sieht an der Zeichnungund GesichtSbildung recht wohl/ daß es Werke vonganz anderer Arbeit sind.

ß. 2,5. Der griechische Styl offenbart sich inder mächtig und heldenmäßig erhobenen Brust/ inden auSgedrükten Muskeln/ in den Hüften und übri-gen Theilen des KörperS/ in der ganzen Form desKopfS / das heißt: in dem schönen Ovale desselben/in der majestätischen Vertiefung der Augen/ in demsanften Profile/ in dem vollen Kin und in der An-muth des Mundes. Wen man nun die Gesichtsbil-dung betrachtet/ und sie mit jener des AntinouSvergleichet/ so wird man bald eine vollkommene Ähn-lichkeit wahrnehmen/ so wie man dieselbe auch indem äusserst beschädigten Gesichte eines Torso vonrothem Marmor sieht/ welcher sich in der VillaSeiner Eminenz des Herrn CardinalS Alexan-der Albani befindet und gleichfalls nach der ägyp-tischen Manier gebildet ist. Die scheinbare Selt-samkeit in meiner Behauptung über die oben erwähn-ten Statuen zu Tivoli wird um so mehr verschwin-de»/ wen man eine andere Statue von weissem Mar-mor in dem Museo Capitolino betrachtet/^) wel-che unter dem Namen eines ägyptischen Gözenbekant gemacht und gleichfalls im ägyptischen Stylegearbeitet ist/ nur daß der Pfeiler hinter dem Nükenfehlt. Aber/ ohne mich auf eine Untersuchung des

>) NlsIIei rsccolla <U Stat. tsv, 14g. ^ G. i>. K. 2 N. 3K. Stll§.

2) Aus. l. Z. tav. 7Z.