Abhandlung tt. 6t
man dies etwa für Handlung und Bewegung ansehenwill/ ein Kästchen mir kleinen Götterbildern vorsich hin.
§. it. Was die Bekleidung anlanget/ so habenalle weibliche Statuen zwar Gewänder, aber gewöhn-lich nur wie aus einem sehr dünnen Schleier ohneirgend eine Falte/ und dem Nakten so angeschmiegt/daß man sie gar nicht bemerken würde/ wen mannicht bei Betrachtung des Halses und der Füße einenkleinen vorspringenden Rand wahrnähme/ der dasobere und untere Ende eines solchen Gewandes an-deutet. Um die Brüste/ welche die Künstler/ wie ichschon gesagt habe/ sehr voll bildeten/ warf das Ge-wand eben so wenig Falte»/ und wen eS hier der Na-tur gemäß mehr als anderswo faltig erscheinen mußte/so begnügten sie sich/ anstatt der vielen kleinen Fal-ten/ welche dort hätten sein sollen/ auf den Brüstenselbst ein Zirkelchen mit Radien einzuhauen. Istdieses ein Zeichen, daß ihnen Muth verliehen war/die Natur nachzuahmen/ oder ein Bekcntniß/ daß sieim Falle/ wen ihnen keine Fesseln angelegt worden/das Talent besäße»/ zu leisten/ was sie nicht wagendurften? Man kan es daher dem Herodo tuS wohlverzeihen/ daß er die zwanzig weiblichen kolossalenStatuen von Holz in der Stadt SaiS für unbeklei-det gehalten. Von den mänlichen Figuren sage ichnichtS/ sie waren ganz nakt bis auf eine Art Schurz/welcher sie vom Nnterleibe bis an die Knie bedekt.
§. 12. Um alles zu melden/ was die ägyptischenKünstler der ersten Zeit betrift/ muß ich noch anmer-ken/ daß/ wen ihre großen Statuen durchgängig alsogebildet waren, doch die kleinen Gözenbilder von Erztund die in Stein gehauenen Figuren etwas mehr Frei-heit zeige»/ wenigstens in Ansehung der Arme; und
>) Ii. 2. c. lZo.