Ls Vorläufige
und in ihr Land keinen fremden Gebrauch einzu-führen. i)
Z. 6. Die dritte Ursache endlich/ daß die Kunstder Zeichnung bei den Ägyptiern nicht weiter vor-rükte/ liegt in einem ändern Geseze/ welchem zufolgeall« Handwerker/ und mit ihnen auch die Meister derschönen Künste ohne Unterschied zur dritten oderniedrigsten Volksklasse gerechnet wurden; ?) wozu »ochkam/ daß der Sohn verbunden war/ der Lebensartseines Vaters zu folgen/ und also seinen Zustandniemals verbessern konte.^) ES fehlten demnach diezwo Triebfedern/ durch welche allein die Meister inden schönen Künsten zu den herlichsten Werken be-wogen wurden: Eigennuz und Ehrb cgierde.Da überhaupt der Künstler keinen Schritt thun konte/welcher so zu sagen sein eigen heissen durste/ waswar zu hoffen? ES folgte hierauf daß alle sowohlfrühere als spätere Kunstwerke nach einer Form/und alle/ wie die chinesischen Gemälde/ aus der näm-lichen Schule zu sein scheinen.
§. 7. Ausserdem mangelte es ihnen an einemzur Kunst der Zeichnung wesentlichsten Stüke/ näm-lich an der Anatomie/ welche aus Eigensin und zugroßer Ehrfurcht gegen die Verstorbenen in Ägyptengänzlich verboten war; daher nicht nur keine Zerglie-derung an Leichnamen angestellet wurde/ sondern auchder ParaschisteS/ oder derjenige/ welcher der Sittegemäß den Schnitt in die Seite that/ um die Einge-weide herausnehmen und den Leib einbalsamirenzu können/ unmittelbar nach dieser Verrichtung davon-laufen mußte/ um sein Leben vor den Verwandten
») llervtZot. 1.2. c. 91.
2) Icl. I. 2. c. 167. viod. 5!c. I. I. c. 74.
3) OiocZ. 8ic. I. c.