Abhandlung tt. 67
Mäßigkeit stand/ gemachet und von ihm während sei«nes dortigen Aufenthalts gesehen worden/ ganz undgar denen glichen/ die nach der Sage tausend undmehr Jahre früher gearbeitet worden. Mit Aus-nahme der Attribute also/ welche natürlich verschie-den sein mußten/ und wodurch ebenfalls auch in derBewegung und Anordnung der Glieder eine kleineVerschiedenheit entstand/ waren die Götterbildnisseeinander völlig ähnlich.
§. 6. Man wende nicht ein/ daß die Verfassungund Religion dieses Gesez blos den Künstlern/ welcheGötterbildnisse machten/ nicht aber auch allen übrigenhabe vorschreiben können; den erstlich scheinet die Kunst/Figuren in menschlicher Gestalt zu bilden/ bei denÄgyptiern auf die Götter/ auf die Könige und derenFamilie/ und auf die Priester eingeschränkt gewesenzu sei» / 2) (die zur Zierde an ihren Wohnungen er-hoben gearbeiteten Figuren ausgenommen^) das ist:auf eine einzige Art Bilder/ weil die Götter derÄgyptier Könige waren/ die eliemals dieses Volk be«herscht hatten, oder wenigstens dafür gehalten wur-den/4) so wie die ältesten Könige Priester waren; 5)wenigstens gibt es keine Überlieferung/ noch meldetirgend ein Autor/ daß andern Personen daselbstStatuen errichtet worden. Zweitens war die Reli-gion bei den Ägvptiern mit ihrer Verfassung genauverflochten; daher daS/ was jene vorschrieb, auch durchdiese geboten war. Drittens ist es immer eine Maximeihrer Gesezgeber gewesen/ keine Neuerung vorzunehmen
1) I.. c.
2) Hl'i-ollvt !. 2. c. 143. OIc>6. 8ic. 1. i. c. 44.
3) ttirndot. 1.2. L. 146^ »5?. O'i 8ic. I. 1. c. 47.
4) Oivd. 8ic. I. , c. 44— 46. ^ Nicht so richtig!)
5) ?Iat. rexukl. p. 290.