Abhandlung tt.
Nicht zu glaub«»/ daß unter den Grieche»/ die be-gierig gewesen waren/ die Bildhauerei von denÄgyptier» zu erlernen/ keiner sollte Neigung zurMalerei gehabt haben. Im Gegentheile wird hier-durch um so mehr die Meinung widerlegt/ daß dieGriechen von dorther die Bildhauerei erlernt Hüt-ten; den waren die Ägyptier zugleich Bildhauer uudMaler, so läßt sich nicht füglich vermuthen/ daßdie Griechen von ihnen die ersten Arbeiten in derBildhauerei erlernt hatte»/ wen dieses nicht auchin der Malerei der Fall gewesen.
§. ti. Ausserdem/ daß Homer dieser Kunst garnicht erwähnt/ wird es leicht zu begreifen sein/ daßsie in Griechenland später als die Bildhauerei ent-standen ist/ weil das Modelliren von Figuren einehandgreifliche Nachahmung der Natur ist; daher auchKinder in Taig, Wachs oder Thon Figuren mit einerLeichtigkeit formen/ welche ihnen beim Zeichnen aufdem Papiere fehlt. Der Maler/ um die zu ma-lende» Gegenstände der Natur näher zu bringen/muß ausser der Zeichnung/ welche beim Bildhauerdie Hauptsache ist/ eine vollkommene Kentniß derPerspective, der Beleuchtung und des Colorits ha-ben. i) Damit die Malerei sich der Wahrheit nä-here, muß sie dem vorzustellenden Gegenstände durchLicht und Schatten, so wie durch den WiderscheinEmpsindung und Leben ertheilen/ und alles dies ineiner solchen Gemäßheit und Abstufung/ daß uns derGegenstand auf der ebenen Fläche, wo die Malereiarbeitet/ wie das von der Oberfläche eines Spiegelszurükgeworfene Bild erscheine. Aber wie konte ma»dieses leisten/ da Licht und Schatten nicht vorApollodoru s/ dem Meister des ZeuxiS/ bei denGriechen im Gebrauche waren? ?) Kurz/ so viel
1) Man begnügt sich im Anfang mit weniger.)
2) tle (Gloria ^iinc.