Druckschrift 
7 (1825)
Entstehung
Seite
49
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Abhandlung!c. ^9

wie mit der Mythologie ergangen sei: die eine wur-de dort von neuem gebore»/ und die andere erhieltganz verschiedene Gestalten und Namen.

§. 9. Ich bemerke noch/ daß die Häfen Ägyptensden Völkern jenseit des Meers erst geöfnet wurden,nachdem die Griechen jene Manier/ welche sie von denÄgYPtiern sollen erlernet haben/ schon verlassen lindangefangen hatten / in ihren Werken jene Eigentüm-lichkeit zu zeigen/ die man allgemein den g r i e ch i sch e nStyl nennet. Wie sollten sie daher aus diesemLande dasjenige erlernet haben/ was dort keiner zulehren wagte/ oder was zu lehre»/ wie ich gleich-falls im folgenden Kapitel zeigen werde/verboten war?Wir wollen vielmehr den wahrscheinlichen Schlußziehe» / daß die Kunst der Zeichnung bei ihrem Ur-sprünge unter mehreren von einander entlegenen Völ-kern gleich gewesen / nicht etwa durch Mittheilungder VerfahrungSart oder der Zwekc / die sie bei ihrenArbeite» hatte»/ sondern durch die Natur selbst/wel-che überall beim Unterrichte vom Einfachen und Leich-teren ausgehet. Von ihr also/ und nicht von denÄgypticr»/ lernten die Griechen und Hetrurier zuerstrohe und steife Figuren mit Umrisse»/ die fast nurin gerade» Linien bestanden/ zu zeichnen und zubilden/ und ferner diesen Figuren den platten odervielmehr länglich gezogenen Contur der Augen zugeben/ wie ihn die Figuren der Ägyptier haben/und wie man ihn an den von DädaluS/ das heißt:von den erste» griechische» Künstlern gearbeitetenStatue» »ach dem Zeugnisse des DiodornS sah/5)weii aiiderS die von diesem Autor gebrauchte Redens-art: , nicht/ wie die Neueren bis-her übcrsezteN/ soviel bedeutet als luminikus clausis,mit zugeschlossenen Auge»/ sondern vielmehr/

1) I.. 4, c. 76.

Winckelmaii. 7. 3