Vorrede. 21
die Abbildungen ans den alten Kunstwerken nicht leer,das heißt: nicht ohne bestickte/ obwohl nicht un-sern/ aber doch jenen alten Zeiten bekante Gegen-stände seien/ weil sie gleich für das Denkmal/ auf wel-chem sie ausgedrükt sind/ blos erfunden worden/ ist/die Wahrheit zu sagen/ meine eigene VorauSse-zung/ kan aber als eine Einleitung zu dem zweitenGrundsaze/ dem sie den Weg bahnet/ angesehen wer-den. Indessen will ich hiemit nicht durchaus be-haupte»/ daß die alten Künstler den von mir aufge-stelleten Grundsaz immer vor Augen gehabt hätte»/indem man in manchen ihrer Werke das Gegentheilwahrnimt, auf welchen wirklich bloße Erfindungendes Eigensinns und der Laune/ die in gar kei-ner Verbindung mit der Geschichte stehen, vorge-stellet sind. Allein sobald man nicht ganz offenbareSpuren von diesem Eigensinne daran findet/ habeich durch Erfahrung gelernt/ daß man beinahe ganzsicher gehen kan, den aufgestelleten Grundsaz zu befol-ge»/ bis man von dem Gegentheile überzeuget wird;den nur sehr selten trügt die von mir angegebeneRegel bei ernsthaften Abbildungen, die nichts Eigen-sinniges und Phantastisches a» sich habe»/ das heißt:bei Sachen, in welchen die Phantasie des Künstlersi» Vorstellung seltsamer Ideen keine Übertreibungzeiget, weil es in diesem Falle wahrscheinlicher ist,daß der Künstler lieber eine schon bekante und be-reits vor ihn« von andern abgebildete Geschichte,als blos er so n neue,, auf gar keine bestickte»Gegenstände gehende Vorstellungen gewählet habe.
Zur Erläuterung dessen, was ich hier gesaget habe/kail unter so viele» a»der» Abbildungen eine weib-liche Figur/ die man auf mehrern geschnittenenSteinen findet/ zum Beispiele diene». Sie istvorgestellet/ wie sie ein Gefäß am Fuße eines BlokeS