Erstes Kapitel.
§. t. Auf de» Trajanus folgete HadrianuS/der größte Freund/ Beförderer und Kenner derKunst/ welcher sogar mit eigener Hand Statuen ver-fertiget haben soll; so daß daher Victor/ als einunverschämter Schmeichler saget/ es könne dieserKaiser als ein Künstler neben den berühmten Bild-hauern/ dem PolykletnS und dem Euphranorstehen, i) Wen man von seiner Neigung gegen denalten Styl der römischen Sprache im Schreibenauf die Kunst schließen könte:?) würde er auch indieser jenen herzustellen gcsuchet haben. Nebst derLiebe znr Kunst war seine Begierde/ alles zu wissenund zu sehen, ohne Schranken; und es war dieselbeder vornehmste Grund der großen Reisen, die erim sechsten Jahre seiner Regirung nach allen römi-schen Provinzen antrat/ so daß sich Münzen findenvon siebenzehen Ländern/ die er durchreiset ist. Erging sogar nach Arabien und Ägypten/ welches Lander/ wie er selbst in einem Briefe an den ConsulSeverianuS saget/ völlig ausstudiret hatte.
§. 2. Durch den Hadrianns wurde die Kunstauf den Thron erhoben/ und die Griechen/ so zurede»/ mit derselben; so daß seit dem Verluste der.Freiheit Griechenland keine glüklichere Zeit erlebet/und keinen mächtigern Freund gehabt hatte. Dendieser Kaiser nahm sich vor/ Griechenland in dievorige Freiheit zu seze»/ indem er eS für ein frei-
1) in ^1. princ. FVclo,- ^ e?
A!evev.
2) Zparüan. in Adrian, c. 16.
3) Voxisc. in Laturn. c. 6.