Druckschrift 
6 (1825)
Entstehung
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212
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212 Geschichte der Kunst.

Klagen; ich kan mich aber nicht enthalte»/ wen ichso viel Köpfe dieses verlarveten Philosophen sehe,den Verlust der Bildnisse von Männern/ die dirMenschheit Ehre gemachet baben/ eines Epami-nondaS/ eines LeonidaS/ eines Xenophonu,s. f. zu bedauren. Jenein aber/ dem die Klügste»die Larve der Tugend abgezogen/ und der in scimSchriften als ein niedriger Pedant erscheinet, i>!es gelungen/ in seinen Bildern zugleich mit da

den, noch irgend eine andere von gleichem Gepräge ie>kant; aber solche Sinke wären oft nur einzig da,tönten sich ihrer geringen Größe wegen leicht verlieren.Er will ferner durchaus nicht zugestehen, daß Senei«während seines Lebens i» geringer Achtung gestände«,und führt Beweise für das Gegentheil an: man dürfesich daher über die zahlreichen Wiederholungen seine!Bildes durchaus nicht verwundern. Gewöhnlich werteauch der Einwurf gemacht, daß der dünne, die Wwgen nur leicht umkleidende Bart gegen das Hirschen!?Costnm zur Zeit des Seneea fei, und also den Bild,Nissen desselben nicht zukommen könne. Aber es sei jnbedenken, daß der Bart an den erwähnten Köpfen ebenso verschieden sei von der Art, wie ihn die alte» Erie>chen trugen, als von der, welche zu den Zeiten der An,tonini Mode geworden. Es sei zu erweisen, daß eZim lezten Jahrhunderte der römischen Republik, so wieim ersten der Kai'erherschaft, bei den jungen RömernSitte gewesen, ein wenig Bart zu tragen. Dasselbekonte also wobl auch vo» einem der Philosophie erget>nen Man geschehen, dessen Sicherheit es sogar erheischte,äusserlich zu zeigen, er habe dem Stadtleben, den Ge,schästen und dem Hof entsagt.

Wen der Autor, wie sich aus den Worten des Tel'teZschließen läßt, behauptet, die Arbeit an allen den er,wähnten Köpfen deute auf Zeiten, wo die Künste ,'röh,licher geblüht als unter Nero, so möchten wir nichtmir einstimmen. Zwar sind einige in der That sehr gutgearbeitet, andere geringer; doch überschreiten auch dievorzüglichsten wohl nicht das Kunstvermögen der besim