10 Buch, 3 Kap.
auch Statuen unter dem Namen der großen Bild-hauer voriger Zeiten zu verfertigen. Den Werke vondieser Art/ mit einem falschen Namen bezeichnet/sowohl die noch vorhanden sind/ und oben von mirangezeiget worden/>) als diejenigen/ deren Phä-druS erwähnet/^) fuhreten den Namen jener Künst-ler. Es' ist auch wahrscheinlich/ daß damals dieZeit der Copisien ihren Anfang genommen/ von derenHand die Menge der Statuen von jungen Satyrsübrig geblieben/ die alle einander ähnlich sind/ undals Copien des so berühmten Satyrs des Praxi-teles angesehen werden. Ich übergehe viele andereFiguren/ die ebenfalls nach einem und ebendemselbenModelle gearbeitet scheinen/ wie es zween Silenisind/ mit dem jungen BakchuS in den Armen/ indem Palaste Ruspoli, die dem berühmteren Si-leiuiS/ in der Villa Borghese/ ähnlich sind/ undverschiedene Figuren des Apollo SanroktonoS/als Copien desjenigen, der von der Hand des Pra-xiteles unter jenem Beinamen berühmt war. Dievielen Venus sind bekaiit/ die alle die Stellungder VenuS des gedachten Künstlers haben; und wie»iele Apollo stnden sich/ die den rechten Arm aufdem Haupte ruhend halten, mit einem Schwane zuden Füßen?^)
§. it. Nach diesen angezeigeten vortheilhaftenUmständen der griechischen Kunst in Sicilien und un-ler den Königen zu Pergamum, da dieselbe in Grie-
t) Uo B. t K. t0 §.Z
2) k'ill). 1. ü. IN Prolog. l^tl) V. t K. to §.^I
Z) Der Avollo mit dem Schwane zu den Füßen hat dieHand nicht über das Haupt gelegt; wohl aber eine andere Statue desselben, von welcher sich ebenfalls Wiederholungc» finden. Die alten Künstler wählten diese Sre>lung auch für Figuren des Bakchuö. Meyer.