Erstes Kapitel.
§. i. Auf diese Zeit, die sonderlich berühmt istdurch die Vollkommenheit/ zu welcher die Malereigelangete, folgete endlich der Zeitpunkt der höchstenVerfeinerung der Kunst und der lezten großen Künst-ler / wodurch sich die Jahre Alexanders des Gro-ßen und seiner nächsten Nachfolger merkwürdig undunvergeßlich gemachet haben; und hierzu trugen dieäusseren Umstände in Griechenland das Mehreste bei.
K. 2. Nachdem die Griechen und sonderlich dieZlthcnienser sich durch Eifersucht und durch innerebartnäkige Kriege gänzlich entkräftet hatten, hob sichPhilippuS, König in Macedonien, über dieselbenempor, und Alexander, dessen Nachfolger, ließsich zum Haupte und Heerführer der Griechenerklären; in der That aber war derselbe Herr vonGriechenland. Da nuu die Verfassung dieses Voltseine andere Gestalt annahm, änderte sich zugleichdas Verhältniß der Kunst, so daß diese, da sie bis-her auf die Freiheit gegründet gewesen, ihre fol-gende Nahrung durch den Überfluß und durch dieFreigebigkeit bekam; und dieser nebst der seinen Ein-sicht Alexanders des Großen schreibet Plu-tarchns den Flor der Kunst unter diesem KönigeZu. y
§.3. Die Griechen genoßen unter seiner Negi-
i) ve fort. ^lex. orat. 2. princ.
Alexanders feiner Sin für Kunst wird durch vieleZeugnisse der Alten bestätigt, besonders aber durch denHoraz (epist. I. i. v. 23g ), welcher ihm/ttck'c/u?/!ti/e beilegt. Meyer.