Druckschrift 
5 (1825)
Entstehung
Seite
22
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22 Geschichte der Kunst.

ist/ daß nicht selten an einigen der besten Statuenin Marmor schvn anfänglich bei ihrer Anlage dieKöpfe besonders gemacher und eingefüget worden:dieses ist augenscheinlich an den Köpfen der Niobeund ihrer Töchter/ welche in die Schultern einge-füget sind, und es findet hier kein Verdacht einerBeschädigung oder Ausbesserung Plaz. Der Kopfder mehrmals angeführeten Pallas in der VillaAlbani/ und einer andern schönen Pallas aneben dem Drte, ist ebenfalls eingesezet/ so wie dieKöpfe der vor wenigen Jahren gefundenen vier Ka-ryatiden. ES wurden auch zuweilen die Arme be»sonders eingefüget/ wie gedachte beide Statuen derPallas und ein Paar gedachter Karyatiden die-selben haben, i)

ß. lZ. An der beinahe kolossalischen weiblichenFigur eines Flusses in der Villa Albani/ welcheehemals in der Villa des herzoglichen Hauses Estezu Tivoli war/ siehet man / daß die alten Bild-hauer ihre Statuen/ wie die unsrigen zu thun pfle-gen/ angeleget haben: den das untere Theil dieserStatue ist nur aus dem Gröbsten entworfen. Aufden vornehmsten Knochen/ die das Gewand bedeket/sind erhabene Punkte gelassen/ welches die Maßesind/ die nachher in völliger Ausarbeitung wegge-hauen wurden/ wie noch izo geschiehet.

„Hülste und bis an den Panzer abgemeißelt, wie in dem„zweiten Theile dieser Anmerkungen (S. 522.) ge-„ zeiget ist." Mey>er.j) Diese im Jahre 176t aufgefundenen Karyatide»

stehen in der Villa Albani. F ea.

2) Eine ähnliche Erhöhung, welche auch wohl anzeigendürste, die Arbeit sei vom Kunstler nicht völlig beendetworden, nimt man am Kinne desjenigen von den beidenKolossen aus dem Monte Cavallo wahr/ den die In-schrift sür ein Werk des Phidias ausgibt. Zu den