Druckschrift 
10 (1825)
Entstehung
Seite
645
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Briefe.

An Kaspar Fiießly.

lNach Zürich,)

Rom, den 6 Aug. 176Z.

Es bat mir Herr in den lezten Tagen vergan-genen Monats Ihr geschäzteS Schreiben überleben,und hat in wenigen Tagen nach seiner Ankunft sei-ne Reise nach Neapel fortgesezet, wie ich ihm selbstgerathen habe, nachdem er mich zum z.veitenmalemit seinem Besuche beehret. Ich werde demselben/wen ich besser von dessen Emvstndnng und Geschma-ke überzeuget werde, nach seiner Rükkunst, so vielmir möglich ist/ mit demjenigen Unterrichte dienen/den er wird annehmen wollen und können.

Ich habe gemerket/ daß er das ganz Schlechtevom Guten in der Kunst/ welches die Huuprabsichtseiner Reise scheinet/ nicht unterscheiden kaä/ wieer und ein jeder das Gegentheil von sich selbst glau-bet; wer sich aber hier nicht unwissend erkennet/pfleget eS zu bleiben. Zch komme bei Ihnen hier-mit als mit einer Rechtfertigung zuvor/ und ichwerde/ wie ich frei schreibe / also auch frei mit dem-selben zu dessen Nuzen und Unterricht reden. Des-sen Betragen ist gefällig/ und seine Absicht in An-wendung der Zeit in Rom löblich.

Von Ihrem Herrn Sohne habe ich keine Nach-richt. Ich wünschete/ daß er nach der weiten Reisedas Glük habe/ Rom zu sehen/ und ich ihn/ umihm den Freund seines würdigen Vaters zu zeigen.

Herr N steri wird Ihnen von dem großen Werke/welches mich izo beschäftiget/ Nachricht gegeben ha-ben : es bestehet aus 200 Kupfern niemals bekant ge-machter Werke in Marmor und in geschnittenenSrcinen / welche von dem größten Zeichner in Rom