Briefe.
601
Gefährte» bis zürük in'S Vaterland/ vorziehen wird.Aber ich habe allezeit in diesem Punkte tauben Oh-ren geprediget. Ich frage Sie? haben Sie daS/was nach meiner Meinung das Schönste in Paris ist,gesehen? Die heilige Familie vom Raphael,welche Edelink und Frey gestochen haben?Nein.— DaS größte Münzkabinet in der Welt/ einesgewissen Lommi» ? — Nein. — Die
zwo Pastelgemälde von MengS/ beim Marquis dcCr 0 ixmare ? — Ich zweifele. Nennen Sie mir etwasSchöncreS/ und deuten Sie mir den Nuzen aus Pa-ris an.
Da ich sehe/ daß die Kupfer von Marc - An-tonio rasend in Paris bezahlet werden/ so bitte ichmir ein Verzeichmß ans von denen/ welche Sie be-reits besizen; sie sind nicht wohlfeil in Nom/ werdenaber dennoch nur als Kupfer/ nicht als Gemäldebezahlet.
Herrn Professor Sulz er empfehlen Sie mich iitallen möglichen AuSdrüken der Freundschaft; eS istmir leid, daß wir in dem einen Punkte nicht überein-stimmen können. Die gütige Meinung aber/ welchedieser Freund von mir heget/ würde mehr Grundhaben/ wen meine Geschichte der Kunst erschie-nen wäre/ an deren Druk wegen deS gegenwärtigenunbeschreiblichen Hammers in Leipzig diesen Winternicht kan gedacht werden.
Der Endzwek meiner Allegorie ist/ dieselbenüzlich/ brauchbar und leicht zu machen. Dieses kaiinicht durch allgemeine Betrachtungen geschehen/ son-dern durch Anzeige der besten Bilder. Es sind zwei
t) Dieses Gemälde stand ehedem zu Versailles über einemKamin. Man hat es Herrn Wille zn danken, das, esvom Nauch entfernt und i» ein Vorzimmer ohne Kami»versezt worden. Usteri.
Wmckelmaii. ja- 26