Briefe.
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An u d e n.
Mach Stcnd.U.Z
Nötheniz, de„ 2? März 175Z.
Lieber Freund und Bruder!
Ach hätte auf dein Schreibe» an mich/ voller Liebund wahrhafter Treue/ eher geantwortet/ wen nichteine Neise nach Potsdam darzwischen gekommenwäre/ die mir 3 Wochen Zeit weggenommen. Ichrüste mich nunmehro zu meiner nahen Abreise/ wel-che/ so Gott will/ den Dienstag vor Ostern festge-stellet ist. Die Feiertage werde ich in Eisenach beimeinem gnädigen und gütigen Herrn zubringen/der mir allererst bei dieser Veränderung/ die ihmnicht gelegen fällt/ über alles' schäzbar geworden.Ich reise so weit uui/ als Eisenach von hier ist/ d.i. ganzer 3t> Meilen. Kein Freund hat seinen Freundlieber/ als mein Herr mich gehabt bat. Seine Be-griffe von mir sind gröfier/ als es wahr ist. Allesmein Bezeigen/ alle meine Arbeit war/ ohngeach-ten aller meiner wenigen Behutsamkeit/ wohl ge-than.
Die Freiheit/ welche ich hier genossen/ findeich an keinem andern Orte wieder. Wen ich auchwenig gearbeitet hätte, so glaubte der Grav docheinmal/ daß ich unanfhörlich für ihn arbeitete. Ur-theile daranS von meiner Zufriedenheit und von mei-nem Glüke. Ich habe vieles gekostet: aber über die.Knechtschaft in Seehausen ist nichts gegangen. Diesemußte mir den Weg nach Sachsen zeigen. Ichschrieb in halber Desperation an einen großen Herrn/den ich so wenig/ als er mich/ kante. Der Anfang