Briefe.
66
Endlich ist cs mit mciucr Reise in fremde Län-der zu Stande gekommen. Ich habe einen Wegdurch einen großen Minister gefunden , und Se. Maj.haben mir gnädigst accordirt/ auf königliche Kostenmic Reise in fremde Länder/ und vornehmlich nachWälschland zu thun. Ich glaube nicht / daß etwaskönne dazwischen kommen/ als eines großen ManneSTod. Ich werde mich so einrichten/ daß ich vordem hohen Frühling entweder nach Venedig odernach Bologna komme/ und also werde ich etwa umdie Mitte des Mär; von hier aufbrechen.
Die Hauptabsicht gehet auf Rom/ wo ich michwenigstens ein Jahr aushalten werde: und zwar mitVersicherung meiner Gewissensfreiheit.
Meine Hauptrecommendationsschreiben werden altden Cardinal Albani und Cardinal Passion ei/?w - LiI>Iic>l1iLc»rio I?!k>I, V-iUcan.-«, gerichtet werden.Der lezte ist einer von den gelehrtesten Männernund vcrsuchtcsten Staatsleuten und besizet selbst ei-ne Bibliothek/ die an Privatbibliotheken in Italiennicht ihresgleichen hat. Ich wünschete nichts mehr/als dich noch zu küssen; allein Zeit und Umständeerlauben cs nicht.
Das Ziel meiner Wünsche habe ich zwar/ unddurch mich selbst/ wie bei meiner Veränderung hier-her geschehe»/ erreichet; allein ich werde mit schwe-rem Herzen reisen. Ich kan nicht läugnen/ daßman vielleicht eine gewisse Absicht mit mir in Romzu erreichen gedenket: ich verlasse mich aber auf dieVersicherung und auf meine Pension.
Man pfleget sonst insgemein über Wien und vonda, wo die ordinären Posten aufbore»/ mit der Erträ-gst zu gehe»/ welches eine Depense ist, von hierA6 »ach Rom, auf 100 Dueaten. Es ist mir srei-S-fiellet; ich werde aber über Augsburg und von da