Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
583
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4 Kl. t Abth. L«Z

tums erweitern. Die Arbeit ist nicht sehr fleissig vollendet,«der der Ausdruk mangelt nicht, und man erkeiit ein besseresVerhältniß als auf helrurifchen Arbeiten. Man sieht, das, derMstler es nicht besser machen konte; aber wen er zu seinerzeit auch nur mittelmäßig war, so erkent man immer, selbstauch in mindern Werken, das Wesentliche der Zeichnung unddie allgemeinen Grundmze einer bestickten Periode. Die Zeich,«img hat den Charakter des hohen Altertums und ist der he-tturifchen Manier sehr ähnlich: sie ist flach, troken, die Um-risse gerade und steis, die Haltung der Figuren mühsam undebne Reiz; aber die Idee des Kovfs von Öihrvadcs istschöner als jene an den fünf Helden Wider Theben. 1)

Sthrvades war ein Zeitgenoß des Krösus und C«<ruS, un d fällt also zwischen die 50 und 60 Olymviade; Phi>in>s aber bliihte erst in der 8Z; Qthrvades lebte daherbtiläufig ein Jahrhundert früher, als der Künstler, welcher dieNldnerei zur Größe und Erhabenheit brachte. Sezen wirauch, daß der Heldentod des Othrnades nicht sogleich ei»Gegenstand zur Darstellung für Künstler wurde, so ist es dochMiß, daß einige Zeit nach Krösus die Zeichnung noch sehrM'ollkommen war. Nehmen wir an, daß die Fortschritte derLunst in Griechenland jenen bei den Hetruriern vorangegan-gm feien, fo wäre derT»deus unferes Kabinets, der in Zeich,nmig und Wissenschaft den üthryades übertrift, von fvä>lerer Zeit. Es ist aber wahrscheinlich, daß Tydeus nurlurze Zeit vor Phidias, oder vielleicht »ach ihm, geschnitten»erden; deii nichts von hetrurifcher Arbeit kaii ihm verglichen»erden, und ich glaube, daß er zur Zeit, wo die Kunst beidiesem Volke auf den höchsten Grad gestiegen war, verfertigtwerden. Die Buchstaben feines Namens wären also nichtl'vn den ältesten.

Der St>,l an unserm Othrvadcs gehört in die TageZInakreons, Zeitgenossen deS Krösus. Die Bildhauereiging aber nicht gleichen Schrittes mit der Poesie; und der Ma>kr, dem Anakreon die Züge zum Bildniß feines Bath« l,lus angab, wird den Ideen des Dichters nicht entfvrochenliaben. Hieraus folgt, daß ma» sich die Kunst zur Zeit H o-mers, der zwei Jahrhunderte vor Anakreon lebte, nochimvollkoniner vorstelle» muß, und des Dichters Phantasie maltms auf de» Säiild des Achilles, waö möglich, aber nichtwirklich fein konte.

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