Beilage.
sig und mit geringer Abänderung vor. Es ist zu vermuthe»/daß ein einjiges berühmtes Original, dessen Meister wir nicht ken-nen, für alle diese Nachbildungen Muster gewesen sei. Vonrunden Grupe» dieser Art in Marmor ist eine der besten undwohlerhaltensten die im Museo Cavitolino. Die Figu-ren sind ungefähr in der Größe eines zwölfjährigen Knabenund Mädchens. Eine zweite, mit etwas größeren Figuren/unrichtig als Kaunus und Btblis restaurirt, steht zu Dres-den; eine dritte in der florentinischen Galerie, und eine an-dere Ist vor einigen Jahren aus Neapel nach England gegan-gen. Der Sin dieses Gruvo bedarf keiner weiteren Ausle-gung, da er klar und bekaiit genug ist. Umarmung und Kußsind das ausdrukvolleste Svmbol der Liebe.
Eines der vorzüglichsten allegorischen Werke, die Amorzum Gegenstand haben, ist der Centaur mit auf den Nukciigebundenen Händen in der Villa Borg Hefe; Amor reitetaus ihm und scheint ihn gewaltsam anzutreiben.
Verwandten Inhalts mit diesem Werk ist das Fragmenteiucr stark erhobenen Arbeit im Palaste Laneellotti zuRom. Hier liegt der Centaur zu Boden geworfen, undhält beide Arme über eine Le»er, um hinter derselben wenig-stens das Gesicht vor Amors Streichen zu schüfen, der, ausdessen Nüken sizend, mit der Linken ihm in die Loken greift,in der Rechten aber einen Riemen hält, und aus allen Kräf-ten aus ihn zuschlägt.
Die allegorische Bedeutung dieser beide» Kunstwerke wirdganz klar, sobald man sich erinnert, daß Cenranren ei-gentlich das Symbol roher, noch im Zustande thierischer Wild-heit lebender Menschen waren, und von den Dichtern durch-gängig, mit Ausnahme des Chiron, als Weiniauser undMädchenräuber geschildert werden. Kein Wunder also, weildie Kunstler sie dem Amor preisgegeben darstellen, nicht blosbezähmt, wie jener Löwe auf der Von Plntarchus gefchnit-tenen Gemme, durch die lieblichen Harmonien der Liebe, son-dern gestoßen, mißhandelt, geguält, gegeiselt von derselben.
Aus einem geschnittenen Steine der fiorentinischen Sam-lnng sind zwei Amor, Eros und ?interos, oder Lie-de und Gegenliebe, gebildet, welche eine Kugel, dasZeichen des Weltalis, tragen. Ebendaselbst ist noch ein an-derer geschnittener Stein, den Amor darstellend, welcher Ju-piters Donnerkeil zerbricht.
Ginlio Romano hat in einem Palaste b« Mantua