Sechstes Kapitel.
Von Allegorien in der Farbe, in der Ma-terie an Geräthen und an Gebäuden.
§. 26l. Die Allegorie/ welche die Eigenschaf-ten der Dinge Mich zn machen suchet/ hat sichalso auch der Farbe bedienen können/ nach demBeispiele des HomeruS/ welcher viele Dinge durchdie Farbe bezeichnet/ wie die Morgenröthe miteinem gelben Schleier ze. D^ie Art Allegoriesilcheten auch diejenigen/ welche die homerischenGedichte absungen/ das ist/ die Rhapsodisten, an sichnachzuahmen: die Person her JliaS war in Nothgekleidet/ auf Schlachten und Blutvergießen zu deu-ten/ die Odyssea aber meergrün/ als ein Bildder großen Reisen des Ulysses zur See. i) Die-se- hat mehr Grund als die Absicht deS gelbenGewändes / womit Annibal Caraeci die Wohl-lust neben der Tugend und dem Herkules be-kleidet/ welche Farbe nach dem Bellori erinnernsoll:^) „daß das Vergnügen der Wohllust bereits in„ dem zarten Keime verwelket/ und gelb wie Stroh„ wird. " ES ist sogar in der Farbe der vier Pferdevor dem Wagen der Aurora auf einem schönenCameo deS königlich farnesischen Musei zu Cavodi Monte die Zeit des TageS vorgestellet; den die-ser Sardonyx bestehet aus vier Lage«/ eine über die
1) Luper. >Vp0iIieo8. Iloiu. x. 61.
2) Vite de' p. 35.