einer Allegorie.
§. 188. Die Verleumdung malete Apell es/da er vom Antiphilus/ einem seiner Kunstge-»osseii/ bei dem vierten Ptolemäus ^ mit dem Zu-namen Philopator/ als ein Mitschuldiger einerVcrrätherei fälschlich war angeklaget worden. Aufseinem Gemälde saß zur rechten eine mänliche Figurmit langen Ohre»/ wie Midas/ und reichete derVerlaumdung die Hand; um diese herum standdie Unwissenheit und der Verdacht. Von einerandern Seite kam die Verläumdung herzu ge-treten/ welche eine schöne Figur/ aber liizig undaufgebracht war; in der rechten Hand hielt dieselbeeine brennende Fakel/ mit der andern Hand zog sieeinen Jüngling bei den Haare»/ welcher die Händezum Himmel hob/ und die Götter gleichsam zu Zeu-gen anrief. Vor der Verläumdung trat ein gro-ßer und wie von langer Krankheit ausgezehrter Manher/ mit einem scharfen Blike/ welcher den Neidvorstellete. Die Begleiterinen der Verläumdungwaren zwo Weiber/ welche jene puzeten und ihr zu-redeten/ nämlich die Falschheit nnd die Hinter-list. Eine andere Figur ging hinten her in schwar-zer und zerrissener Kleidung voller Traurigkeit/ welchedie Neue abbildete; diese sahe sich beschämt undmit weinenden Augen nach der Wahrheit um.
K. 189. Die Verschwiegenheit wurde durcheine Nose angedeutet/ welche die Liebe/ wie einaltes Siügedicht saget/ dem Harpokrates gab/damit die Ausschweifungen der Venus möchten ver-schwiegen bleiben. Daher wurde eine Rose bei Fröh-lichkeiten über dem Tische ausgehänget/ zum Zeichen/
zwei Adler aber ilinen zur Seite fliegen, erwähnt
Winckelman im eil,'teil Kapitel dieser Schrift. (Aus.
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