Versuch
scn nicht. PhurnutuS gibt den Musen Kronenvon Palmcn/l) welche niemand bisher ans alten Wer-ken bemerket hat. Diese Krone aber ist deutlich aneiner Figur auf dem alten Gemälde/ welches unterdem Namen der a ldo b ra n d in isch e n Hochzeitbekaüt ist: den sie ist griiN/ und man sieht/ es sindBlätter von Palme»/ und sind/ wieApulejus dieseKränze beschreibt/ zakicht.Da nun diejenige Fi-
>) Oc nst. Ocor. c. 14. iL>.
2) Aewm. I. 2> p. Z3g.
Diese Krone ist nickt grün, sondern schmnzig gelb,und man darf zweifeln, ob dieser KovfsÄmuk i» derGestalt, wie wir ihn gegenwärtig sehen, alt ist; den dieganze Figur hat viel gelitten, sie mußte daher in denmeisten Theilen ausgemalt werden. Der Figur mir derLeuer gibt der Autor irrig ein Diadema; woraus man steht,daß er bei seinen Bemerkungen zu viel aus das Kuvfer desBartoli, oder vielleicht aus Poussins Covie in Öl-farbe»/ in der Galerie D or i a, welche unrichtig stnd, ge-achtet hat, Sie hat aber eine Haube nach alter Art,wie die Römerinen ste noch heut zu Tage tragen, unddie sie ret<-, Nez, nennen, weil sie häufig gestrikt stnd.Diese Haube aber ist von violetem Zeuge, und saßtdie Haare vermittelst eines weissen, aus der Scheitel mitzwei goldenen Knöpfen gezierten Bandes, welches sichalles noch völlig unverlezt erhalten hat. überhaupt scheintcs/ daß Winekelman sowohl als andere Ausleger dern l d 0 bra n di » i sch e n Hochzeit sich in ihren Muth-maßungen über den dargestellten Gegenstand geirrt ha-ben/ und demselben eine zu heroische sowohl als zuspecielle Bedeutung geben wollen. Wir glauben/ mandnrse in keiner der Figuren dieses Gemäldes Personender Fabel oder Geschichte suchen, sondern cs enthalte bloseine allgemeine Darstellung der Hochzeitgevräuche bei denAlten, obne Helden oder ?)!ufen. übriLens ist cs höchstwahrscheinlich, tZZ daß Erfindung und Comvosttion irgend ci>ucs im Altertum bcruymre» Meisterstnks dem Gemälde5um Grnnde liegen, und sie also in dieser Hinsicht unter