Druckschrift 
9 (1825)
Entstehung
Seite
64
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Versuch

den. Von dieser Art ist die Beschreibung desZornSbeim PrndentiuS:

^»roc-iil Ii» Linnens, s^umanli kervicl,^ ii»M,

8,ir>Fuiiiea inl^ox^uens 5ullu5o I»mii>!> ^elle.

§. 6^1. Dieses sollte unseren Malern und Bild-hauern eine Vorschrift sein, welche/ bei Figurenund Statuen der Heiligen/ alle ihre Kunst anzu-bringen suchen in Vorstellung dcrKezerci zu denFüßen derselben/ und ihre Absicht ist hier die äussersteHäßlichkeit/ so daß derjenige/ welcher andere in derfürchterlichen und häßlichen Gestalt übertrift/ Mei-ster scheinet. In der St. Peterskirche ist ein sol-ches Bild mehr als einmal angebracht. ES würdeja eben den Begris geben/ die Kezerei in einerschönen weiblichen Figur vorzustellen, die sich entwe-der voller Schaam zur Erden beuget/ oder voll Bit-terkeit auf andere Mittel denket. Die Künstler soll-ten/ mit dem DemokritnS/ um Erscheinung an-genehmer Bilder bitten, i) In Absicht der Anstän-digkeit unterrichtet uns selbst die Fabel; und M a r-syaS/ welcher das Flötenspiel an der Pallas un-anständig fand / weil eS das Gesicht aufblähet/ gibtuns zu erkennen/ daß alles/ was der schönen Naturnachtheilig sein kaii/ in Bildern vermieden werdenmüße.-) Dieser Lehre zuwider ist eine nakte Wahr-heit in Lebensgröße in der Villa Mattei/ voneinem Künstler des vorigen Jahrhunderts gearbeitet/welche die Haut unter dem Herzen ansgeschlizet hat/und diesen Schliz mit der einen Hand von einanderhält/ gleichsam das Herz durch diese Ösnung sehenzu lassen. Mit dem übertriebenen AuSdruke verhältcS sich in gewissem Maße wie mit dem Gesichte einesKränken/ welcheS/ wen eS/ nach demHippokra-

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