Erstes Kapitel.
Von der Allegorie überhaupt, i)
§.'lS. Die Allegorie ist, im weitläufig-sten Verstände genommen/ eine Andeutung derBegriffe durch Bilder, und also eine allge-meine Sprache, vornehmlich der Künstler, fürwelche ich schreibe. Den da die Kunst, und vor-nehmlich die Malerei eine stumme Dichtkunstist, wie SimonideS saget:^) so soll dieselbe er-
t) In diesem Kavitel hätte manches anders geordnet/ .nick»anders gesagt werden können; und weil das Werkdoch zunächst sür die Kunst, folglich zum Gebrauch derKünstler besinnt war, so hätten, nebst vielen polemische»Stellen, auch die, welche Sprachforschung betreffen, sng-lich und ohne Nachtbeil des Hanrtzweks wegbleiben kön-nen. sDas wäre mir gar nicht lieb!) Win ekel manselbst hat dieses gefühlt, und sucht sich am Ende der Nor-rede deßhalb zn entschuldigen. Me>>er.
2) ^plularcli. ilo gloria ^.tkeniens. iuit. I. g.
Die blendende ülntitbefe des griechischen Voltaires:das, die M alerei eine st u m m e P 0 e >'i e, und die Po efieeine redende Malerei >'ei? stand wolil in keinem Lehrbu-che. Es war ein Einsall, wie Sim 0 nides mehrere hatte;dessen wahrer Theil so einleuchtend ist, daß man das Un-bestimte und Falsche, welches er mit sich führet, überse-hen zu müßen glaubte. Gleicliwohl übersahen es die Al-ten nicht; sondern indem sie den Auswruch des Sim 0 ni-des aus die Wirkung der beiden Künste einschränkten,vergaßen sie nicht, cinzuichärfe», daß ungeachtet der Voll-komnen Ähnlichkeit dieser Wirkung sie dennoch sowohlin den Gegenständen alö indrr Art ihrer Nach-