Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
438
Einzelbild herunterladen
 

Beilage.

dungen.Z Die dritte Art und die niedrigste von der-gleichen Jdealbildungen ist die der lang gehörnten undboksfüßigen, denen man jezo den Namen Satyr aus-schließlich beizulegen pflegt, obfchon die Griechen »or Altersalle die genaüren Arten ohne Ausnahme darunter begriffenhaben. Wen wir die Faunen von der zweiten Art fastjederzeit in fröhlicher, vom Weine bis zum Muthwillen, zurAusgelassenheit, zum Sprung und Tanz aufgereizten Stim-mung vorgestellt erbliken, und felbst die Strafe des Mar-svas, wie z. B. die Statue desselben in der florentinischenGalerie, und der noch berühmtere geschnittene Steindaselbst Mus. ?Iorcnt. t. 3. lab. »z> I. I. l»I>. 66. 9>) inkeinem tragischen Sinne gedacht ist: so haben dennoch diealten Künstler stch der B ok sfüßler als der eigentlichenZustigmacher bedient. Deßhalb erscheint auf geschnittenenSteinen, so wie auf einem herculanifchen Gemälde (IVIus. Lrc.t. 2. tav. 4?.) ein dergleichen Mittelding im Stoßkampfe niiteinem wirklichen Ziegenbok. In der Villa Borg Hefetstanaa 4- n, ,o) stzt ein anderer mit komischem Ernst be-müht, einem rüstigen Faun, der sich ganz ungebärdig an-stellt, einen Dorn aus dem Fuße zu ziehen. Eine den-selben Gegenstand vorstellende Grupe, deren Figuren jedochanders angeordnet lind, befindet stch im Museo Pio-Llementino (t. i. tav. 4g.) und ebendaselbst die nochniedlichere und besser gearbeitete, wo der Satyr lechzendmit lüsterner Zudringlichkeit einer stch sträubenden Nymphedas Gewand rauben will. (?. > rav. 5o.) Von Wieder-holungen dieses lezrern Werks trift man Fragmente undganze einzelne Figuren in verschiedenen Samlungen an. AuchIren die alte Kunst zu frechen Darstellungen ausfchweift,bedient sie stch nur zuweilen der niedrigen Arten von Faunen;aber am öftesten solcher Boks g est alt en. Man denke in Betrefjener nur an die bewundernswürdige Grupe des Fauns undH e rm a v h ro di re n im Museo zu Dresden (Ui-rlires>Ze vrescke, pl. go>), von welcher ebenfalls Wiederholungen an-getroffen werden. Im Betref der Satyrn erinnere man sichan die Grupe des fogenaiiten Pan und Apollo, welchenoch dreimal: in der Villa Ludovifi und Albani zuRom, auch in der Galerie zu Florenz, ganz vorhanden»st, nebst hier und da zerstreuten Fragmenten mehrerer Wie-derholungen; endlich an die berüchtigte kleine Marmor-grupeim h ereu l a ni sch e n M u se 0, Band l 54 S.) woder Satyr einer Ziege Gewalt anthut. Nie»er.