Z62 Geschichte der Kunst.
Dieses Ne; ist vermuthlich derjenige Überhang/ wel->cher hieß/ und eine Tracht war derer/ die
die Orgia des B akchuö feierten/ wie auch der Fi-guren des TiresiaS und anderer Wahrsager.^)
K. 32. Anstatt dieses großen Mantels war auchein kleiner Mantel im Gebrauche/ welcher aus zweiTheilen bestand/ die unten zugenähet waren/ undyben auf der Achsel durch einen Knopf zusammen-hingen/ so daß Öfnungen für den Arm blieben/und dieser Mantel wurde von den Römern -icinium
oder aufgenäht; über dieser hängt ein »ezförmiger Über-wurf von sehr weiten Maschen, der aber nur bis an dieKniee reicht, und dort ringsum in kleinen Trödeln en-digt, und nebst der Tunica mit einen« breiten Gürtelüber den Hüften unlschnürt ist; endlich hängt hinteneine Chlanms hinab, wovon zwei obere Zivsel um dieSchultern vorn auf der Brust in einen Knote» geschürztsind, woran ein Büschel Franken gebildet ist. In dieseChlam»s ist der rechte Arm mit der Hand ganz einge-wikelt. Der nezsormige Überwurf ist kein Konope-un>, Mükeunez, wie Lessing vn seine» Anmer-kungen zu des Autors Geschichte der Kunstdes Altertums, Numero il.Z meinte, was schonaltein durch die Weite der Masche» widerlegt wird, son-dern vielmehr das auszeich»e»de Kleidimgstüi der Wahr-sager, welches von Woll« nezformig gearbeitet, um denganzen Körper hing, und hieß, (Lons, I'oUux,
I> 4. c. ig. üezi». >>li. et Hing», v.
Das Nez ist völlig wie die inkul»! auf alte»Monumente» gearbeitet, u»d die Wolle, fo viel sich imMarmor thu» ließ, ausgedrükt. Die »ezförmige» Über-züge der c»rw,-» auf so vielen alten Statuen, Reliefs,Münzen ic. sind vermuthlich eben solche als hei-
lige Deken über den Siz der Wahrsager. Meyer nachUh den.
1) V.
2) pvllux, I. 4. c. ,iS. seziA. 116.