256 Geschichte der Kunst.
§. 26. Hiervon kan sich ein jeder überzeugen,an einem mit etlichen Stichen zusammengeheftetenMantel/ wen derselbe als ein rundes Tuch nachArt der Alten umgeworfen wird. ES zeiget auchdie Form der heutigen Meßgewänder, welche vorneund hinten rundlich geschnitten sind/ daß dieselbenehemals völlig rund/ und ein Mantel gewesen/ ebenso wie noch izo die Meßgewänder der Griechen sind.Diese wurden durch eine Öfnung über den Kopfgeworfen/ und zu bequemerer Handhabung bei demSacramente der Messe über die Arme hinanfgeschla-gen/ so daß alSdan dieser Mantel vorne und hintenin einem Bogen herunterhing. Da nun mitder Zeit diese Meßgewänder von reichem Zeuge ge-machet wurden/ so gab man denselben theils zurBequemlichkeit/ theils zur Ersparung der Kosten die-jenige Form/ welche sie hatten/ wen sie über dieArme hinausgeworfen wurden/ das ist: sie bekamen ^die heutige Form.
K. 27. Unter den weiblichen Mänteln ist beson-ders das obere Gewand der Isis zu merken/ welchesmehrentheils Franßen hat/ und allezeit über beideAchseln herübergenommen und an zween Zipfeln un-ter den Brüsten zusammengeknüpfet ist. DergleichenGewand hat bereits eine in dem Kapitel von derKunst der Ägypter angeführete Figur/ aus dem zwei-ten Style dieser Nation/ in der Billa Albani,welche aus angegebener Bemerkung für eine JsiSzu halten ist.^) Ein auf solche Weise geknüpfeteSGewand haben hernach alle Figuren dieser Göttin,die nach eingeführeter Verehrung derselben in Romvon griechischen Künstlern werden gearbeitet sein,
1) veter. mon. t. i. c. 26. p. 2Z9.
2) s2 V. 2 K. 18 §.)
Z) lwitcr dcn Abbildungen Numevo 57.Z