510 Geschichte der Kunst.
Gallien/ welche zu dessen Zeiten geschähet waren,sind die schlechtesten in ganz Europa. Die Altenkanten den schönen Schlag der dänischen Pferdenickt/ auch die englischen sind ihnen nicht bekantgewesen; aber sie hatten capadocische und epirische;die edelsten Arten unter allen: die persischen/ dieachäischen und thessal-schen, die sieilianischen undtyrrdenischen/ und die celtischen oder spanischenPferde. HippiaS saget beim Plato: „Es fällt„ die schönste Art Pferde bei uns. " >) ES istauch ein sehr überhin flatterndes Urtheil jenes Scri-benten/ wen er sein obiges Vorgeben aus einigenMängeln des PferdeS des Marcus AureliuS zubehaupten suchet: diese Statue hat natürlicher Weiftgelitten/ wo dieselbe umgeworfen und verschüttetgelegen; an den Pferden auf Monte Cavallo mußman ihm geradezu widersvrechen/ und es ist das/waS alt ist/ nicht fehlerhaft.
§. 2t. Wen wir auch keine andere Pferde inder Kunst hätten / so kan man voraussezen/ da vorAlters tausend Statuen auf und mit Pferdengegen eine einzige in neuern Zeiten gemachctworden / daß die Künstler des Alterrums die Eigen-schaften eines schönen Pferdes'/ so wie ihre Sm-benten und Dichter, gekant haben/ nnd daß Kala-mis eben so viel Einsicht/ als HoratiuS undVirgilius/ gehabt/ die uns alle Tugenden nndSchönheiten eines'Pferdes anzeigen.^) Mich däuchet,die gedachten zwei Pferde auf dem O.uirinale zuRom / die vier alten Pferde von Erzt über demPortale der St. Marcuskirche zu Venedig sindwas man in dieser Art Schönes finden mag; dcrKopf des Pferdes' Kaisers MarcuS Aurelius
») liipj?. maj. 233.
2) ?lucl)Ovidius. (Lxponwzex!5l. !. ^.33.) Meyer,