308 Geschichte der Kunst.
berühmt/5) so wie ein Kalb des Mena'chmu s. 2)Wir finden/ daß die alten Künstler wilde Thierenach dem Leben gearbeitet/ und PasiteleS hatteeinen lebendigen Löwen in Abbildung desselbenvor Augen. H
K. 19. Von Löwen und von Pferden habensich ungemein schöne Stüke/ theils freistehende/ theilserhobene/ und auf Münzen und geschnittenen Stei-nen erhalten. Der über die Natur große sizendeLöwe in weissem Marmor/ welcher an dem piräei- !sehen Hafen zu Athen stand/ und izo vor dem Ein-gänge des Arsenals zu Venedig stehet/ ist billig un- ^ter die vorzüglichen Werke der Kunst zu zählend)und der stehende Löwe im Palaste Barberini/
1) ?Iin. I. Z4. c> K. sect. ig> n. 3. Fea.
2) IdicI. c. ö. secl. ig> n, ig.
Z) I<1. I> 36, c> 5. sect. 4. a. 12. in ilne,
4) Vor dem Eingänge des Arsenals zu Venedig sind
zwei kolossale Löwen (Zuncui, 2. wv, 4g— 49 ),
welche beide aus dem piräei sehen Hasen hergebrachtsein solle». Der eine sizt, der andere mit noch be-trächtlich großen» Proportionen/ und welchen wir demsizenden vorziehen möchten, ist liegend porgestellt.Beide sind portreflich, pom edelsten, mächtigsten Style.Sie haben aber so sehr gelitten, daß von den besondernSchönheiten des Details in der ursprünglichen Anssüh-rung nur noch Spuren bemerkt werden.
Der Löwe im Palaste Barberini zu Rom ist eigent-lich ein auf der Haupttrepe des gedachten Palastes ein-gemauertes Hohrelies. Er hat einen mächtigen, großenCharakter, und ist ohne Zweisel von ächter griechischerKunst, wen er gleich von einem bei Tivoli gestandenenGrabmale abgenommen sein soll. Ergänzt sind an dem-selben das rechte Hintere und vordere Bein, der Schweif,die Schnauze und das Untcrniaul oder das Kin; dieseErgänzungen scheinen in Vcrglcichuiig mit den antikenTheilen nicht sonderlich wohl gerathen. M cyer.