Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
265
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6 Buch/ 5 Kap.

hatte den Stern im Auge von Stein. Von die-sen Augen wird unten besonders gehandelt werden.

§. 22. So war allgemein die Schönheit derAugen bestimt: und ohne von dieser Form abzu-gehen / wurden dieselben dennoch an Köpfen derGottheiten und an idealischen Köpfen verschiedengebildet/ dergestalt, daß das Auge selbst ein Kenzei-chen von ihnen ist. Jupiter/ Ap ollo und Junohaben den Schnitt derselben groß und rundlich ge-wölbet/ und enger als gewöhnlich in der Länge/um den Bogen derselben desto erhabener zu halten.Pallas hat ebenfalls große Auge»/ aber das obereAugenlied ist mehr als an icnen Gottheiten gesen-kt/ um ihr einen jungfräulichen züchtigen Vlik zugeben. Venus aber hat die Augen kleiner/ unddas untere Augenlied/ welches in die Höbe gezogenist/ bildet das Liebreizende und das Schmachtende/welches die Griechen nennen. 2) Ei solchesAuge unterscheidet die himlische Venus (Ura-nia) von der Juno/ und jene/ weil ste ein Dia-dema wie diese hat/ ist daher von denen / die dieseBetrachtung nicht gemachet haben/ für eine Junogehalten. Viele der neueren Künstler scheinen hierdie alten übertreffen zu wollen / und haben das /was HomeruS Ochsenaugen/ oder großeAugen nennet/ wie ich erwähnet habe/ in Her-vorliegenden Augäpfeln/ die aus ihrer Ein-fassung hervorquelle»/ zu bilden vermeinet. SolcheAugen hat der neue Kopf der irrig vermeincten

2) Nicht gerade kleinere Augeii bat die Venus/ nachVerhältniß der übrigen Theile des Gesichts/ sondern ilireAugen stehen nur weniger o ff e n, um den freundlichenVlik ;u erhalten. M e»e r.

Winckclmaii.

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