262 Geschichte der Kunst.
ein Horn auf der linken Seite des Haupts hatten /und das andere wird ihm der Bildhauer gegebenhaben. Den einen Kopf besize ich; der andere istin dem Museo des Herrn Bartholomä Cava- ,ccppi.
§. 20. Noch mehr als die Stirn sind die Au-gen ein wesentliches Theil der Schönheit, und inder Kunst mehr nach ihrer Form als nach der Farbezu betrachten/ weil nicht in dieser/ sondern in jenerdie schöne Bildung derselben bestehet/ in welcher dieverschiedene Farbe der Iris nichts ändert. Wasdie Form der Augen überhaupt bctrift/ ist über-flüssig zu sagen / daß eine von den Schönheiten derAugen die Größe ist/ so wie ein großes Licht schö-ner als ein kleines ist. Die Größe aber ist demAugcnknochen oder dessen Kasten gemäß/ und äusscrtsich in dem Schnitte/ und in der Ofnuug der Au-genlieder/ von denen das obere gegen den innerenWinkel einen runderen Bogen/ als das untere/ anschönen Augen beschreibet: doch sind nicht alle großenAugen schön/ und niemals die hervorliegendcn. AnLöwen/ wenigstens an den ägyptischen von Basaltin Noni/ beschreibet die Öfnung des obern Augen-liedcs einen völligen halben Cirkel. Die Augen for-men an Köpfen im Profil gestellet/ auf erhobenenArbeiten/ sonderlich auf den schönsten Münzen, einenWinkel/ dessen Öfnung gegen die Nase stehet: insolcher Richtung der Kövfe fällt der Winkel derAugen gegen die Nase tief/ und der Contur de-Allges endiget sich auf der Höbe feines Bogens oderWölbung, das ist: der Augapfel selbst stehet imProfile. Diese gleichsam abgeschnittene Öfnung derAugen gibt den Köpfen eine Großheit/ und einenoffenen und erhabenen Blik/ dessen Licht zugleich »auf Münzen durch einen erhabenen Punkt auf demAugapfel sichtbar gcmachct ist.