Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
204
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20,j Geschichte der Kunst.

§. Mit eben dieser Weisheit verfuhren diealten Künstler in Vorstellung der Figuren aus derHeldenzeit, und blos menschlicher Leidenschaften/die allezeit der Fassung eines weisen Mannes gemäßsind/ welcher die Aufwallung der Leidenschaften un-terdruket/ und von dem Feuer nur die Funken se-hen lässet. Eben dieser Fassung ist auch dessen Re-de gemäß; daher HomeruS die Worte des Ulys-se 6 mir Schneefloken vergleichet, welche häufig/aber sanft auf die Erde fallen. Ausserdem warendie griechischen Künstler überzeuget/ daß/ wieThu-cydtdeS saget/ die Großmuth insgemein mit ei-ner edlen Einfalt gesellet zu sein pfleget; so wieauch Achilles erscheinet/ dessen Eigenschaft mittenim jähen Zorne und in der Unerbittlichkeit eineoffenherzige Seele ohne alle Verstellung und Falsch-heit ist/ und dieser Erfahrung zufolge zeiget sich auf'dem Gesichte ihrer Helden kein spizsindiger/ leicht-fertiger oder listiger/ noch weniger höhnischer Blik/sondern die Unschuld schwebet mit einer zuversichtli-chen Stille auf demselben.

Z. 12. In Vorstellung der Helden ist dem Künst-ler weniger als dem Dichter erlaubet: dieser kansie malen nach ihren Zeiten/ wo die Leidenschaftennicht durch die Negirung/ oder durch den gekünstel-ten Wohlstand des LebenS/ geschwächet waren/ weildie angedichteten Eigenschaften zum Alter und zumStande des Menschen/ zur Figur desselben aberkeine nothwendige Verhältniß haben. Jener aber/ d'aer das Schönste in den schönsten Bildungen wählen

137. und mänliche Figuren Numero SZ. 92. 102.

189. Fea.

1) l'. m. v. 222. Me») e r.

2) 1^. 3. e. 63. X-t, i-o ev>i'9-k5 ( L 70