Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
198
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Geschichte der Kunst.

§.9. Der vatieanische Apollo sollte dieseGottheit vorstellen in Unmuth über den DrachenPython/ den er mit seinen Pfeilen erlegete, undzugleich in Verachtung dieses für einen Gott ge-ringen Sieges. Der weise Künstler/ welcher denschönsten der Götter bilden wollte/ sezete nur denZorn in die Nase/ wo nach den alten Dichtern i)der Siz desselben ist/ und die Verachtung aufdie Lipen; diese hat er auSgedrüket durch diehinaufgezogene Unterlipe/ wodurch sie zugleich dasKin erhebet/ und jener äussert sich in den aufgeblü-heten Nüstern der Nase.

§. i». Da nun dem AuSdruke der Leidenschaf-ten im Gesichte der Stand und die Handlung gleich-förmig zu sein pflegen: ist beides der Würdigkeitder Götter in ihren Statuen und Figuren gemäß/und kan der Wohlstand genennet werden. Manfindet keine Gottheit von gesezetem mänlichen Altermit über einander geschlagenen Beinen stehen. EineStatue eines Helden mit über einander geschlagenenBeinen würde bei den Griechen getadelt wordensein/ den es wurde dergleichen Stand auch an einemRedner für unanständig gehalten / so wie es beiden Pythagoräern war/ den rechten Schenkelüber

1) ?Iieocr. I. lg. c. not. Vslckca. Siebelis.

2) ?Iuwrc!i. cun8vl. oll z?. 194.

Diese Stolle ist nach der stepHanischen Ausgabe Von1572 citirt; aber vergebens haben ivir die ganze Schrift desPlutarchus durchgelesen, um das Citat zu finden.Me» e r.

sJch habe die Schrift ebenfalls gelesen und keine Stellegefunden/ die solches bestätigte. O. uintilian tadelt dasAusspreiten der Füße (I. >>. c. Z. n. 125,), aber vondem über einander sch l agen derselben sagt er kei»Wort.1