Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
181
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5 Buch/ 2 Kap.

älteren Style der Kunst gewöhnlich war, wie ichunten anzeigen werde, so könte man muthmaßen,daß des' KtesilauS Amazone, die über desPolykletuS und des PhidiaS Amazonen denPreis erhielt- den nachfolgenden Künstlern zumMuster gedienet habe. Der Blik der Amazo-nen ist nicht kriegerisch noch wild/ sondern ernst-

noch keine Covie derselben bekaüt. Von den Werkendes Cudon und Phradmon fehlen uns umständlicheNachrichten, und so können wir die etwa noch vorhan>denen Nachbildungen nicht erkennen. In gleichem Fallebefinden wir uns auch in Hinficht auf eine sechste be-rühmte Amazon e aus Erzt von Stro » g »lion gearbei«tet, welche wegen der fchone» Beine den BeinamenEuknemos erhalten hatte, (pliu. I. g. i<). 11.21.)

Beiläufig verdient noch angemerkt zu werden, daß auchÜlniazonen zu Pferde in verschiedenen Stellungenvorkommen, wie z.B. hcrculanische B ro n z e (Nus.Lrcol. l, 6. tliv. «iZ 64.) und in Marmor die imharten der Villa Borghese, welche auf einen Krieger«»sprengt, der aus seinem einen Kniee liegend mit Schildund Schwert sich gegen sie vertheidigt; unter dem Pferdesizt ganz zufammengekrümt noch ein anderer Krieger unddient der Amazone zum Halt. Im Palaste Far nefebefanden sich sonst ein vaar einzelne Figuren vou A u> a-iouen zu Pferde. Von denicnigen Amazonen, welchehäufig auf erhobenen Arbeiten, gefchnittcnen Steinen undVafengemälden fich erhalten habe», ist nach unserm ge>genwärtigeu Zwek nicht erforderlich zu reden. Meyer.») plin. I. c. 3. 5ect. 19. init.

In dieser wahrscheinlich von dem Autor btrüksichtig-ten Stelle erzählt Plinius, daß die Künstler, inAufehung der Bildung der A mazone », dem P 0 l»klctden erstell, dem Plndias den zweiten, dem Kte-silans den dritten, dem C»don den viertenund dem Phradmo» den fünften Plaz nach denVerdiensten ihrer Arbeit eingeräumt. Der Autorhat also hier dem Plinius, wen er diesen anders imSittne hatte, ei»en unrichtigen Sin unterlegt. Meyer,