Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

«58 Geschichte der Kunst.

daß die Bildung der Pallas auf silbernen grie-chischen Münzen der Stadt Velia in Lueanien/ wodieselbe auf beiden Seiten ihres Helms Fliigcl hat/das Gegentheil zeiget von dem / was ich aus Statuenund Brustbildern bemerket habe: den dort sind ihreAugen groß uud ihr Blik gehet vorwärts oderin die Höhe. Die Haare in Knoten gebunden,welches der Dichter von der Pallas uni> Dianasaget/^) kaii nur allein auf die Diana gehen;den Pallas hat insgemein die Haare lang vondem Haupte ab gebunden/ welche hernach unter demBande/ länger oder kürzer/ in langen Loken rei-henweis herunterhängen. Von diesem ihr eigenenHaarschmnke scheinet Pallas den wenig bekantenNamen bekommen zu haben. Dieses

Wort erkläret Pollux mit wo-

durch er den Begrif nicht deutlicher machet. 2) Ver-muthlich deutet jenes Beiwort auf so gebundeneHaare/ deren Art zu binden also gedachten Scri-benten erklären würde. Da nun diese Göttin dieHaare länger als andere zu tragen pfleget/ kan die-ses der Grund gewesen sein/ bei ihren Haaren zuschwören.2) ES ist nicht gewöhnlich/ der Pallas

lus und Nemns erhoben gebildet. Die Brust ist neu,die Nase zur Hälfte, und die etwas beschädigten Lipensind mit Stucco ausgebessert.

Endlich bemerken wir, daß die Noma gewöhnlichkeinen vorspringenden Helm hat, wie die meistenund schönsten P a ll a s b i l d e r, sondern einen über derStirn flach anliegende», wie ihn die römischenSoldaten zu tragen pflegten. Meyer.

>) 8tat. 2. 2^7.

2) cZnomast, I. 2. x. Z. segm. ZZ.

z) Tikull, I. I. eleg. 4. V. 26. He»ne bestreiket, in seinerAnmerkung zu dieser stelle des Tibullns, unseres