Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
92
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Geschichte der Kunst.

großen Köpft»/ an den kurzen Hälsen/ an den ho-hen Schultern/ an der kleinen und engen Brust/und an den dikcn Schenkeln und Knieen/ und unge-staltet, Füßen. Ist es möglich/ sich so niedrige undfalsche Begriffe von den Künstlern des Altertumszu machen! Dieses ist eine Kezerei in der Kunst/die sich zuerst in dem Gehirne des Verfassers' erzeu-get hat.Ich weiß nicht/" hätte er mit demCotta beim Cicero sagen sollen/was ein Faun 'st." y

§. 7. Die ältern Satyrs oder Sileni/ undderjenige Sile nuS insbesondere/ welcher denBak-chus erzogen/ haben in ernsthaften Bildern keinein das Lächerliche gekehretc Gestalt/ sondern sie sindschöne Leiber in völliger Reift des AlterS/ so wiesie uns die Statue des SileuuS/ der den jungenBakchuS in den Armen hält/ in der Villa Bor-ghese/ bildet/^) welcher Figur zwo andere Statue»/

1) Oe NJl. Ooor. I. 3. c. 6. in link?.

2) Dieser borghesische Silen us ist ohne Widerrededas edelste aller auf uns gekommenen Bilder vom Erzie>her des Bakchus, und eine von den herzlichen, reinmenschlichen Darstellungen / welche Auge, Verstand undGemüth vollkommen befriedigen. Erfindung, Anordnung,Reinheit der Umrisse und vollendete Zierlichkeit der For>men find gleich bewuttdernswerth. Aus der Arbeit über-haupt und besonders aus den Haaren läßt sich schließen,daß dieses Werk der schönsten Zeit angehöre. Es darfauch!» den vorzüglich wohlerhaltenen gezählt werden. Eine ziem-lich gute Abbildung davon findet man uuter den von Pira,n e fi herausgegebenen Statuen. In dem Werke 8c»llureclcl

sichert, es fei nichts daran ergänzt; allein unserer Beobach-tung zufolge ist die linke Hand am Silen moderne Ar-beit, wie auch die Finger an der rechten, und verschie-dene Theile von der Figur des Kindes. Aus ebengedach'ttm Werk ersährt man auch, daß dieser Silen zugleich