Druckschrift 
4 (1825)
Entstehung
Seite
73
Einzelbild herunterladen
 

4 Buch, 2 Kap.

7^

die Bekleidung der Mänlichkeit zunikzuhalteii/ durchden Saft von Hyacinthenwurzeln/ die in süßemWeine abgekochet wurde»/ um das Kin und andereTheile damit zu bestrcichen.

Dieses idealische Gewächs der Jugend werden diealten Künstler stükweiS in Verschnittenen bemerkethabe»/ deren Bildung verschieden sein kaii/ nachdemdieselben früher oder später in den Stand zweideu-tiger Natur gesezet worden; eS unterscheidet sichjedoch dieselbe allezeit sowohl von mänlichen alsvon weiblichen Gewächse«/ und ist eine mittlere Ge-stalt zwischen beiden. Dieses zeiget sich offenbar anden .Händen dieser Personen, die/ wen sie von Natnrschön gebildet sind/ ein- Form habe»/ welche dieAufmerksamkeit desjenigen verdienet/ der die Schön-heit in allen Theilen betrachtet/ dieser Unterschiedaber würde nicht anders als sehr unvollkommenschriftlich angedeutet werden können. Deutlicher istderselbe hingegen an Verschnittenen in den Hüftenund an5 dem Nüken: den dieser sowohl als jenesind weiblich/ das ist: die Hüften sind völliger undhaben eine stärkere Ausschweifung als in mänlichenKörpern/ und der Nükrad lieget nicht so tief alsbei unS/ so daß sich wenigere Muskeln zeigen/ wo-durch der Ruken mehr Einheit im Gewächse./ wiebei Weibern/ zeiget; sie haben auch ebenfalls wiediese über dem heiligen Beine daS/ was wir denSpiegel nennen/ groß/ breit und flach.

§. Das Gewächs der Verschnittenen istan bisher unbemerketen Figuren von Priestern derCybele durch gedachte weibliche Hüften derselbenvon den alten Künstlern angezeiget/ und eS ist dieseVölligkeit der Hüften auch unter der Kleidung keilt-lich an einer solchen Statue in Lebensgröße/ die

z) I. 21. c. 26. scct. 97.

Wmckelman.