Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
414
Einzelbild herunterladen
 

Beilage

scheine», ja, wir sind sogar überzeugt f?1, die Kunst der Hetru-rier sei niemals zu einem eigentümlichen, in sich selbst aus-gebildeten Styl gelangt, d. h. der Begris von menschli-cher Wohlgestalt und charakteristischer Darstel-lung der Helden und Gotter habe sich bei diesem Volke nichtVom Anfange an bis zu einer würdigen Höhe entwikelt, son-dern alles, was es in bildender Kunst geleistet, müße blo>als eine Ramificatio» von der griechischen betrachtet werden.Den keines der betauten sicher hetrurischen Denkmale unter»scheidet sich wesentlich; sie weichen nur in einigen Theilendes Costüms und einigen Attributen allegorischer oder symbo-lischer Wesen von dem ursprünglichen Tvpus ab, der ausGriechenland herübergekommen, und durch sortgesezten Verkehrgenährt worden. Das; aber ein solcher zwischen beiden Völ-kern bestanden, ergibt sich aus historischen Nachrichten, undköilte, falls diese nicht hinreichten, selbst dnrch die Denkmaleder Kunst, die griechische Fabeln und Thaten darstellen, fürerwiese» gelten. Was diejenigen Stüke betrist, auf welchenaussergewöhnliche Darstellungen vorkommen, wie z. B. jeneOpfer schale, wo Mercur das Geschik des Achillesund des Hektors wägt fDeukmale, Numero ZZ.Z:so sind wir, vorausgesezt, daß sie einen vorzüglichen Kunst- !werth haben, darum noch keineswegs geneigt, dieselben fürz uverläßige, auch in Hinsicht der Erfindung urfprüngli chhetrurische Werke zu halten, die »ach beso»der», in die-sem Lande einst gangbaren Sagen gebildet worden, weil esebenfalls nicht an wahrhaft griechischen Denkmalen fehlt,welche von den Erzählungen der Dichter abweichen; den dieKüttstler der guten Zeiten bildeten nicht den Dichtern nach,sondern schöpften mit denselben »nr aus einer Quelle, näni-lich aus den Volksfagen, und nlfo können auch die hetruri-fchen Werke gedachter Art sehr leicht nur herüber genom-men fein, wie wir den nachzuweifen über n»s nehme», daßmehrere bekante griechische Erfindungen sich aus unzwei-felhaft hetrurische» Arbeiten nachgeahmt finden. Verstehe manuns indessen reche, wir behaupten hiemit keineswegs vonden Hetrurier», sie hätten nur immer und immer griechischeMuster eopirt, niemals aber auch eigene Erfindunge» ausge-führt; allei» wir hoffe» zeige» zu können, daß die Knust beidiesem Volke nicht aus eignem Keime erwachse». Obgleich <zugegeben wird, uud werden muß, mancherlei Kunstarbeit seivo» de» ältesten Zeite» her durch dasselbe verfertigt worden,