Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
400
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4oo Geschichte der Kunst.

ß. 3L. Die Zeichnung auf den mehrcsten Ge-fäßen ist so beschaffen/ daß die Figuren in einer Zeich-nung Naphaels einen würdigen Plaz haben kan-ten / und es ist merkwürdig/ daß sich nicht zwei mitvöllig einerlei Bildern finden, und unter so vielenHunderten/ welche ich gesehen habe / hat jedes Ge-fäß seine besondere Vorstellung. Wer die meister-hafte und zierliche Zeichnung auf denselben betrach-tet und einsehen kari/ und die Art zu verfahrenweiß in Auftragung der Farben auf dergleichen ge-branter Arbeit/ findet ii: dieser Malerei den größtenBeweis von der großen Nichtigkeit und Fertigkeitauch dieser Künstler in der Zeichnung. Den dieseGefäße sind nicht anders als unsere Töpferarbeit ge-malet/ oder wie das gemeine Porcellan/ weil/ nach-dem es geröstet ist/ wie mau spricht/ die blaueFarbe aufgetragen wird. Dieses Gemalete will fer-tig und geschwinde gemachet sein: den aller gebrau-ter Tbon ziehet/ wie ein dürres lechzendes Erdreichden Thau/ unverzüglich die Feuchtigkeit aus den Far-ben und aus dem Pinsel; daß also/ wen die Um-risse nicht schnell mit einem einzigen Striche gezo-gen werden/ im Pinsel nichts als die Erde zu-rükbleibet. Folglich/ da man insgemein keine Ab-säze/ oder angehängete und von neuem angefezeteLinien findet: so muß eine jede Linie des Umris-ses einer Figur unabgesezet gezogen sein; welches inder Eigenschaft dieser Figuren beinahe wunderbarscheinen muß. Man muß auch bedenken/ daß indieser Arbeit keine Änderung oder Verbesserung stattfindet; sondern wie die Umrisse gezogen sind / müßensie bleiben. Diese Gefäße sind / wie die kleinsten.

j) über das mechanische Verfahre» bei der Malerei auf Ge-säße» von gebranter Erde können wir uns der Meinungte5 Autors unmöglich ganz anfügen. Wahr ist cs