Z Buch/ 4Kap. ss7
gehorche» fähig gewesen ist/ als wobindie Absichtkostbarer ZeichnungSsamlungen gerichtet sein soll : sowird diese Absicht noch edler erreicht mit solchen be-maleten Gefäße»/ indem diese wirkliche Zeichnungen/und nebst vier Marmorplatten des herculanischenMnsei/ deren ich unten gedenken werde/ die einzi-gen aus' dem Altertume noch übergebliebenen Zeich-nungen sind. Den die Figuren sind hier blos con-turniret/ wie Zeichnungen sein müßen; nämlich/ eSsind nicht allein die äusseren Umrisse der Figuren/sondern auch alle Theile derselben/ nebst dem Schla-ge und den Falten der Gewänder/ nicht weniger alsderen Zieraten/ angegeben/ aber durch Linien undZüge / ohne Licht und Schatten. Wir nennen alsodieselben Gemälde/ zwar nicht im eigentlichenVerstände/ sondern weil es Zeichnungen sind/ diemit Farben aufgetragen worden/ ohngeachtet diesesauch in Zeichnungen üblich ist; und man kan dieseGefäße ohne Mißdeutung gemalet heissen/ so wiewir in Kupfer gestochen nennen/ was nur mitScheidewasser geäzet ist.
K. 3't. Die Figuren sind aus den mehresten
> nur mit einer einzigen Farbe gemalet/ oder besserzu reden/ die Farbe der Figuren ist der eigentli-
! che Grund der Gesäße/ oder die natürliche Farbedes gebrauten sehr feinen Thons selbst; das Feldj aber des GemäldeS/ oder die Farbe zwischen denj Figuren ist eine schwärzliche glänzende Farbe/ und
> mit eben derselben sind die Umrisse der Figuren auf! dem röthlichgelben Grunde gemalct. Von Gesä-
t) Viele Versuche wurde!« gemacht/ und viele Necevte vor-geschlagen, die schwar-braune Farbe nachzuahmen, wo-mit die antiken Gefäße bemalt sind. Die Fabrieatious-künste lind indessen gerade dasjenige, worüber die Altenvielmehr uns, als wir sie zu beneiden haben. Aber ihr