Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
360
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S6o Geschichte der Kunst.

kel/ wo ein geborstener zwei Finger breiter Riß ist,zu beweisen. Dio Cassins saget zwar in ange-zogener Stelle/ daß die vom Blize gerührete Wolfinauf dem Capitolio gestanden habe; dieses' kan abereine Irrung sein / da dieser Scribent über zweihun-dert Jahre nachher gelebet hat. ES ist jedoch hierzu merken/ daß nur allein die Wölfin alt ist; diebeiden Kinder hingegen find ein neuer Zusaz.

§. 12. Die zweite Eigenschaft dieses Stylskan nicht unter einen einzigen Begrif gefasset wer-den; den gezwungen und gewaltsam ist nichteinerlei. Dieses gehet nicht allein auf die Stel-lung/ die Handlung und den Ausdruk/ sondern auchauf die Bewegung aller Theile; jenes kan zwar vonder Handlung gesaget werden/ findet aber auch inder ruhigsten Stellung statt. Gezwungen ist dasGegentheil von der Natur/ und gewaltsam dasGegentheil von der Sittsamkeit und dem Wohl-stände. Das erste ist eine Eigenschaft auch desersten StylS/ das zweite aber dieses Styls insbe-sondere. Das Gewaltsame der Stellung fließet ausder ersten Eigenschaft; den/ um den gesucheten star-ken Ausdruk und die empfindliche Andeutung zu er-halten/ sezete man die Figuren in Stände und

es an uralten Werken gewöhnlich ist/ wenig erhoben undreihenweis liegend; überhaupt eine rohe etwas unbehol-fene Manier im Ganzen, jedoch nicht ohne Geist undgrimmigen Ausdruk. Ein Kunstwerk von solchem Cha-rakter, wen eS auch von hetrurischer Arbeit ist, kaiischwerlich erst in, Jahre ^57 der Stadt Rom, welckiesetwa mit der 120 Sl»ni»iade iibereinkomt, entstandensei». Die Beschädigungen an den Hinterbeinen desThiers falle» übrigens deutlich in die Augen, und ma-chen es allerdings wahrscheinlich, daß dieses Werk ebendasjenige sei, welches einst vom Vlize getroffen wor-den. Me»er

lunter den Abbildungen, Numero S5.1