Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
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352
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352 Geschichte der Kunst.

ß. 3. Die Eigenschaften dieses Alterenund ersten Styls der hetrurischen Künstler sinderstlich die geraden Linien ihrer Zeichnung/nebst der steifen Stellung und der gezwunge-nen Handlung ihrer Figuren, und zwei-tens der un vol lko mmene V egrif d er S chön-heit des Gesichts. Die erste Eigenschaft be-stehet darin/ daß der Umriß der Figuren sich wenigsenket und erhebet/ und dieses verursachet/ daß die-selbe dünne und spiUenmäßig aussehen/ (obgleich C a-tulliiS saget: der dike Hetrurier / l) weildie Muskeln wenig angedeutet sind; es fehlet alsoin diesem Style die Mannigfaltigkeit. In dieserZeichnung lieget zum Theil die Ursache von der stei-fen Stellung/ vornehmlich aber in der Unwissenheitder ersten Zeiten: den die Mannigfaltigkeit in Stel-lung und Handlung kan ohne hinlängliche Keiitnißdes Körpers/ und ohne Freiheit in der Zeichnungnicht auSgedrüket und gebildet werden: die Kunst.fängt/ wie die Weisheit/ mit Erkentniß unser selbst ^an.

§.4. Die zweite Eigenschaft/ nämlich der uii- !Vollkommene Begrif der Schönheit des Gesichts'/ war/ !wie in der ältesten Kunst der Griechen/ so auch beiden Hetruriern; die Form der Köpfe ist ein läng-lich gezogenes Oval/ welches durch ein fpijiges Kiii !kleinlich erscheinet; die Augen sind platt geschnittenund schräg auswärts gezogen/ und liegen mit dem j

so muß man, um nicht in Irrtümer zu verfalle», ^erwägen, daß sie in Ansehung der Bilder der Gottheiten oft Nachahmungen von Temvelstatuen enthalte»mögen, und in solchem Falle nicht selbst Werke dcSalten Sti>l§, sondern blos spätere Copien sind. M e» er, !

i) Oariu. 39. v. 2!.