Druckschrift 
3 (1825)
Entstehung
Seite
344
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3-54 Geschichte der Kunst.

dem Verhältnisse der Größe der Gräber von mehroder wenigen? vicrekichtcn Pfeilern untcrstüzet, die ineben den Tufo gehauen sind. Ohnerachtet dieseGrüfte durch keine Ofnung beleuchtet waren/ (deiidie obere Einfahrt war geschlossen/) sind dieselbenvoller Zieraten nicht allein an der Deke / sondernauch an den Wänden und Pfeilern: unter welchenman auch die fogenanten Mäandri bemerket. Ja,einige haben an allen Seiten umher einen bemaletenbreiten Streifen/ welcher hier an der Stelle derFriese stehet/ und über die Pfeiler fortläuft; undeinige Pfeiler sind von unten an mit großen Figu-ren wedelet. Diese Gemälde sind ans einer dikenBekleidung von Mörtel ausgeführet: einige dersel-ben sind ziemlich kentlich/ andere aber/ wo die Feuch-tigkeit oder die Luft Zugang gehabt hat/ sind zumTheil verschwunden.

§. 25. Die Gemälde einer solchen Gruft hatBuonarroti in schlecht entworfenen Umrissen be-kant gemachet; diejenigen Grüfte aber/ von welchenich Nachricht gebe, sind nach der Zeit entdeket/ undenthalten beträchtlichere Vorstellungen. Die mehre-sten der Friesen bilden Gefechte oder Gewaltthätig-keiten wider das Leben einiger Personen ab; anderestellen die hetrurische Lehre von dem Zustande derSeelen nach dem Tode vor. In diesen siehet man ^bald zween schwarze geflügelte Genios/ mit einemHammer in der einen Hand/ und mit einer Schlan-ge in der andern/ die einen Wagen an einer Deich-sel ziehen/ auf welchem die Figur oder die Seeledes Verstorbenen sizet; bald schlagen zween andereGenien mit langen Hämmern auf eine zur Erdegefallene nakte mänliche Figur. Unter der zuerst er-wähneten Art von Gemälden siehet man theils ordent-liche Gefechte zwischen Kriegern/ von denen sechsunbekleidete Figuren sich nahe an einander schließen,