Z Buch/ 1 Kap. 2vZ
§. 10. In solchen Umständen befand sich Grie-chenland/ da Hetrurien ruhig und arbeitsam sichvor allen Völkern von Italien in Achtung sezcteund erhielt/ und den ganzen Handel sowohl imtyrrhenischen als im ionischen Meere an sich zog/ l)welchen sie durch ihre Colonien in den fruchtbarstenInseln des Archipelagus/ und sonderlich in der In-sel LemnuS/ befestigten. In diesem Flore der mitden Tyrrheniern vereinigten alten Nation der He-trurier bliiheten die Künste zu der Zeit/ da die er-sten Versuche in denselben in Griechenland unterge-gangen waren/ und unzählige ihrer Werke zeigenoffenbar/ daß sie gearbeitet worden/ ehe die Griechenselbst etwas' Förmliches aufweisen tonten.
§. 11. Diese kurze älteste Geschichte der Hetru-rier erstreket sich zugleich bis auf die Blüthe derKunst dieses Volks/ und es hätte dieselbe/ vermögeder gemeldeten vortheilhaften äusseren Umstände/ diehöchste Vollkommenheit erreichen müßen; da aberdieses nicht geschehen ist/ und da in der Zeichnungihrer Künstler eine übertriebene Härte geblieben/ wieich untcn anzeigen werde/ so scheinet die Ursachedavon in den Eigenschaften und in der Ge-müthsart der Hetrurier zu liegen; wenigstens mußman glauben/ daß die nachfolgenden Umstände die-ses Landes den Fortgang der Künste gchemmethaben.
§. 12. Die Gemüthsart der Hetrurier schei-net mehr als das griechische Geblüt mit Melan-cholie vermischet gewesen zu sein/ wie wir aus ih-rem Gottesdienste und aus ihren Gebräuchen schlie-ßen können. Ein solches Temperament ist zu tiefenUntersuchungen geschikt/^) aber es wirket zu heftige
1) Rusel,. in i?. 36. Fea.
2) s<.-cl> Zc>> i> Ma» Vergleiche den Alk