3 Buch, 1 Kap. 28?
geführet/ und den unwissenden ursprünglichen Hetru-riern ihre Geschichte bis zu Ende des trojanischen Krie-ges beigebracht, und daß dadurch die Künste in diesemLand zu blühen angefangen, ist, nach meiner Mei-nung, offenbar aus den hetrurischen Werken, die,wo nicht alle, dennoch die mebresten, eben dieselbeMythologie und die ältesten Begebenheiten der Grie-chen vorstellen. Den, wen die Hetrurier die Kunstzu schreiben verstanden hätten, so würden sie ihreganz alte Geschichte nicht haben in Vergessenheitgehen lassen, und auf ihren Denkmalen würden,anstatt der griechischen Geschichten, die Bege-benheiten ihres eigenen Landes vorgestellet sein,von welchen sie, aus Mangel der Schrift, das istder Jahrbücher, keine Kentniß haben tonten.
§. 6. ES könten wider diese Meinung einigehetrurische Werke angeführet werden, wo die griechi-schen heroischen Geschichten etwas verschieden von derErzählung des HomeruS abgebildet sind, wie z. B.das Schiksal des HekrorS und des Achillesist, welches auf einer hetrurischen Patera von ErztNicht vom Jupi ter, wie jener Dichter saget,son-dern vom MereurinS gewogen wird, und verschie-dene andere Geschichten, deren ich in meinen Denk-malen des Altertums Erwähnung gethanhabe.^). (Aufgedachter Patera, die nach Engelaudgegangen, ist den Figuren ihr Name in hetrurischerSprache beigesezet.) Aber es ist gewöhnlich, undanstatt das, was ich gesaget habe, zu widerlegen,wird es eben dadurch noch mehr bestärket, daß dieÜberlieferungen eines Landes in einem andern verän-dert werden: und dieses kan in Absicht der Hetrurierdurch einen ihrer Dichter geschehen sein.
>) iL. x. xxn. v. -kg. Je«.
2) lNumero tzz.)